Audi_Rupert-Stadler_Management

Extrem unter Druck: Rupert Stadlers Tage als Audi-Chef sollen gezählt sein. Bild: Audi

Über die geheime Telefonkonferenz des Präsidiums des VW-Aufsichtsrats  Ende vergangener Woche berichtet der Spiegel unter Berufung auf VW-Kreise. Demnach habe die Geduld mit Stadler ein Ende, einflussreiche Aufsichtsräte hielten ihn für eine "Fehlbesetzung" und eine Belastung für die Marke. 

Für großen Unmut hatte insbesondere im Aufsichtsrat gesorgt, dass dieser vor einigen Tagen erst durch Verkehrsminister Alexander Dobrindt informiert worden war, dass in Deutschland weitere 24.000 Audi-Modelle mit großen Dieselmotoren wegen einer „unzulässigen Abschalteinrichtung“ zurück gerufen werden müssen. Das ist   auch für den VW-Aufsichtsrat peinlich: der hatte erst vor wenigen Wochen den Vertrag von Stadler um weitere fünf Jahre verlängert und dem Audi-Chef dabei vollste Vertrauen ausgesprochen.  

Das scheint nun zu bröckeln. Was nicht mehr nur am Dieselskandal liegt. Aktuell ist der Audi-Absatz in zahlreichen Märkten der Welt rückläufig. In China sorgte ein Händlerstreik für einbrechende Verkaufszahlen in den ersten Monaten des Jahres. Gegenüber den Konkurrenten Mercedes-Benz und VW verliert die Marke mit den Ringen bei Image und Absatz immer mehr den Anschluss.

Unmut sei bei der Telefonkonferenz auch geäußert worden, weil Stadler in der vergangenen Woche auf einer UNO-Konferenz in Genf aufgetreten sei und dort einen Vortrag über künstliche Intelligenz gehalten habe, so der Spiegel. Statt bei solchen Anlässen den großen Visionär zu geben, solle er lieber in Ingolstadt  seine Hausaufgaben machen, hätten Aufsichtsräte gestänkert.

Dennoch darf Stadler weiter machen. Das habe aber weniger mit Vertrauen als vielmehr mit Kalkül zu tun, so der Spiegel. Man fürchte, das Image eines möglichen Nachfolgers könne beschädigt werden, sollten neue Vorwürfe im Zusammenhang mit den Abgasmanipulationen auftauchen – etwa bei der technischen Lösung. So sei das Problem mit zu klein dimensionierten AdBlue-Tanks zur Abgasreinigung von Dieselfahrzeugen nicht gelöst. Weitere Problempunkt: derzeit untersucht das KBA Auffälligkeiten beim Getriebe des Porsche Cayenne Diesel. Die Schaltprogramme dort kommen ebenfalls von Audi.