Tesla_Model-3_Auslieferung

Das Model 3 kommt mit Verspätung zu den Käufern, aber nur mit einer "leichten" - verspricht Tesla-Chef Elon Musk. Bild: Tesla

Drei Stunden nach Veröffentlichung der Quartalszahlen klickte es in den Maileingängen von ca. 450.000 Vorbestellern des Model 3. Unter diesen Henry Payne, namhafter Kolumnist für Auto- und Mobilitätsthemen bei Detroit News. Der Journalist machte die Mail postwendend zum Gegenstand einer Story.

In der Mail dankt der Elektroautobauer zunächst nochmal artig für die Vorbestellung des Model 3, für das etwa 450.000 Interessenten weltweit je 1.000 US-Dollar Anzahlung an Tesla überwiesen haben. Dann geht es inhaltlich ohne Umschweife zur Sache. Wie Stunden zuvor gegenüber Analysten und Journalisten räumte Musk offen massive Probleme beim Produktionshochlauf des ersten Volumenmodells von Tesla ein. Man habe aber signifikante Fortschritte bei der Problembewältigung gemacht – weshalb der Autobauer auch nur von einer „leichten Verzögerung“ bei der Auslieferung der Fahrzeuge spricht. Im Falle des Journalisten bedeutet das: war bislang die Rede davon, dass er sein Model 3 zwischen Februar und April erhält, wird als neuer Zeitraum März bis Mai genannt. Ausgeliefert werden die Fahrzeuge nach Eingang der Vorbestellung. Payne hatte im April 2016 geordert.  

Die leichte Verzögerung gilt aber wohl nur für das knapp 50.000 US-Dollar teure Topmodell mit einer Reichweite von 300 Meilen. Wie lange die Vorbesteller der „Basisversion“ mit rund 220 Meilen Reichweite warten müssen, sei noch unklar.

Die verspätete Auslieferung würde zwar in Kreisen der Vorbesteller mit wenig Begeisterung aufgenommen, an massenhafte Kündigungen glauben von Payne befragte Experten nicht. Zum einen sei man von Tesla deutliche verspätete Auslieferungen gewohnt, zum anderen gäbe es mit dem Chevrolet Bolt derzeit nur eine Alternative. Aufgrund des kulthaften Status von Tesla sei aber nicht zu erwarten, dass die Interessenten in großer Zahl zu GM überlaufen.

Steuerförderung soll gestrichen werden

Eine Ungewissheit lastet aber ganz unabhängig von den individuellen Problemen bei Tesla in den USA über dem Elektroautomarkt: so will die Regierung die steuerliche Förderung von Elektroautos ab 2018 streichen. Gerade Volumenmodelle würde das hart treffen. Ein Chevrolet Bolt würde dadurch nicht mehr rund 30.000 US-Dollar kosten, sondern 7.500 Dollar mehr. Und natürlich würde auch das Model 3 - wie jedes andere Elektroauto - um diese Summe teurer.