Auch im April fuhr VW in den USA der Marktentwicklung hinterher und sieht von der Konkurrenz nur

Auch im April fuhr VW in den USA der Marktentwicklung hinterher und sieht von der Konkurrenz nur noch die Rücklichter- Bild: Archiv

Der April war besonders frustrierend für die Kernmarke der Wollfsburger. Im März hatte man wenigstens noch ein paar prominente Mitverlierer an der Seite wie Ford oder Nissan. Im vierten Monat des Jahres stand VW fast allein auch weiter Flur, wie die am Freitag veröffentlichten Absatzzahlen zeigen. Unter den wichtigen Volumenherstellern muss außer VW nur noch Honda einen Rückgang hinnehmen.

Wo der Gesamtmarkt um stattliche 4,6 Prozent zulegte und alle relevanten Konkurrenten zum Teil noch deutlich über dieser Marke lagen, ging es für VW um 2,7 Prozent im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres bergab. insgesamt sind es in den ersten vier Monaten des Jahres jetzt auch schon wieder -7,5 Prozent. Das Jahr 2015 wird man wohl abschreiben können, obwohl für den Gesamtmarkt auf Basis der ersten Monate nun mit einem Fahrzeugverkauf von 16,5 bis 16,7 Millionen gerechnet wird. Optimisten schlielen schon mal auf die 17 Millionen-Marke.

VW wird an dem Auschwung nicht teilhaben, diese Prognose lässt sich bereits wagen. Was fehlt, sind die richtigen Autos, Denn eines zeigt sich auch im April: auch in den USA geht es nicht in der Breite nach oben. Auf der Gewinnerseite stehen Hersteller mit einem ordentlichen SUV-Angebot – wobei hier Kompakt-Modelle deutlich auf dem Vormarsch sind – und mit den von den Amis heiß geliebten Pickup-Trucks. OEM mit einem eher klassischen Portfolio haben es schwer. So verzeichnete Toyota ein dünnes Plus von 1,8 Prozent. Dass die Japaner nicht Richtung Minus rutschten, verdanken sie dem RAV4.

Ein gutes Beispiel für das Geschehen am Markt liefert auch der Fiat-Chrysler (FCA). Der italienisch-amerikanische Konzern zählt mit +5,8 Prozent zu den großen Gewinnern im April und jubelt über neue Rekordwerte. Die Grußadresse geht zu großen Teilen Richtung Jeep. Zwar erzielte auch Chrysler selbst ein sehr gutes Ergebnis, die SUV-Marke startete aber um 20 Prozent durch. Besonders gefragt dabei: der kompakte Jeep Renegade.

Auch bei GM ziehen SUV und Pickup den Absatzkarren. +25 Prozent meldet der Autobauer für diese Segemente. Herausragend die Zuwachszahlen beim Chevrolet Equinox (+42 Prozent) und beim Cadillac SRX (+41%).

Dass allerdings auch in den USA wachsende Absatzzahlen kein Selbstläufer sind, zeigt eine Auswertung über die Rabatthöhen. Die stiegen auch auf neue Höchstwerte. Angeführt wird die Liste laut TrueCar von FCA mit einem Rabatt von durchschnittlich 3.376 Dollar pro Auto vor GM (2.967 Dollar), Kia (2.758 Dollar) und Ford (2.733 Dollar). VW gehört etwa 2.200 Dollar Rabatt pro Auto. Den schwachen Absatz über eine Incentive-Offensive zu beflügeln, sei nicht geplant, heißt es aus den USA.

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Frank Volk