VW Werk Salzgitter

Neben Salzgitter denkt der VW-Konzern bereits über weitere Batteriezellwerke in Europa nach. Bild: Volkswagen

VW kämpfe an "einigen Stellen noch mit schwerfälligen Strukturen, komplexen Prozessen und hohen Kosten", sagte Diess den Aktionären. Großen Ballast könne sich der Konzern nicht leisten.

Der Aufsichtsrat des Konzerns hat unmittelbar vor der Aktionärsversammlung diverse Maßnahmen beschlossen, um den Umbau von VW zu beschleunigen. Unter anderem soll die Truck-Tochter Traton, in der das Lkw-Geschäft von MAN und Scania gebündelt ist, möglichst noch vor der Sommerpause an die Börse gebracht werden. Zudem wird für den Schiffsmotorenhersteller MAN Energy Solutions ein Partner gesucht, auch ein kompletter Verkauf sei möglich.

Start der Zellfertigung in Salzgitter

Volkswagen will den Start der geplanten Zellfertigung in Salzgitter zunächst mit 700 Mitarbeitern schultern. In der ersten Ausbaustufe plane der Konzern dann mit einer Kapazität von mehr als 10 Gigawattstunden, sagte Einkaufsvorstand Stefan Sommer am Rande der Hauptversammlung. In Salzgitter hat der DAX-Konzern die komplette Entwicklung aller Zellen gebündelt. Im zweiten Halbjahr 2019 soll eine Pilotfertigung starten, 2023 könnte dann die Produktion anlaufen.

Der VW-Aufsichtsrat hatte kurz vor der Hauptversammlung beschlossen, den Aufbau einer Batteriezellfertigung im Rahmen einer Partnerschaft in Europa voranzutreiben. Dazu wurde knapp 1 Milliarde Euro Investitionskapital bewilligt. Angesichts der Vielzahl neuer Elektromodelle, die VW in den kommenden Jahren auf den Markt bringen will, plant der Konzern die eigene Fertigung der wichtigen Zellen, die derzeit noch von asiatischen Herstellern bezogen werden.

VW schätzt den gesamten Batteriebedarf für allen projektierten Elektrowagen der nächsten zehn Jahre in Europa und Asien auf über 300 Gigawattstunden jährlich. Die heutigen Zellkapazitäten decken diesen Bedarf nicht ab. Erste Batteriefabriken befinden sich in Europa im Hochlauf. Für VW sei mit der eigenen Elektrostrategie in Zukunft auch die regionale Fertigung von Batterien sinnvoll. Wichtig seien aber die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, wie die Befreiung der EEG-Umlage und die Verfügbarkeit von Strom aus erneuerbaren Energien.