Abgasskandal, Audi, USA

Betroffen seien die Modellreihen Audi A6 und A8 sowie der SUV Q5. Bild: Audi

Audi ist eine der größten Ertragsperlen der Wolfsburger. Volkswagen und Audi haben am Wochenende bestätigt, dass mit Behörden sowohl in den USA als auch in Europa über einen potenziellen neuartigen Emmissionsbetrug im Zusammenhang mit einem Schaltprogramm in Automatikgetrieben gesprochen werde. Betroffen seien die Modellreihen Audi A6 und A8 sowie der SUV Q5. Volkswagen spricht über die Sache bereits seit Monaten mit der US-Umweltbehörde EPA, hat aber erst jüngst das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) darüber informiert.

"Seit Juli weiß die EPA darüber Bescheid", sagte ein Volkswagen-Sprecher dem Wall Street Journal. Die EPA habe diese Unregelmäßigkeiten durch erweiterte Testes mit Autos von VW, Porsche und Audi bemerkt, die mit Drei-Liter-Dieselmotoren, gebaut von Audi, augestattet sind. Audi erklärte, die Gespräche mit dem Kraftfahrt-Bundesamt liefen und die US-Untersuchungen wollte Audi nicht kommentieren.

Das Wall Street Journal hatte vergangene Woche unter Berufung auf Insider berichtet, dass kalifornische Regulierer jüngst in Audi-Fahrzeugen eine Software entdeckt hätten, mit der anscheinend bei CO2-Emissionen geschummelt wurde. Die Audi-Software verschleierte offenbar die Emissionen, die für den Klimawandel verantwortlich gemacht werden. Darin unterscheidet sich der neueste Vorfall vom VW-Abgasskandal des Vorjahres, als es um Smog ging.

Die neuen Vorwürfe kommen zu einer Zeit, als Volkswagen gerade erst dabei ist, mit milliardenschweren Vergleichen den Abgasskandal abzuhaken, der allein in Europa den Rückruf von nahezu neun Millionen Autos auslöste. Die beanstandete Software wurde in VW- und Audi-Dieselautos eingesetzt, um zu suggerieren, dass strenge Emissionsauflagen für Stickoxide in Labortests eingehalten werden.

Der Ärger um Audi setzt dabei den Vorstandsvorsitzenden Rupert Stadler unter Druck. Am Wochenende berichtet der Spiegel, bei Volkswagen gebe es Vorbereitungen für eine eventuelle Ablösung von Rupert Stadler als Chef der VW-Tochter. Die VW-Aufsichtsräte sprächen über "mögliche Nachfolgekandidaten für den Fall, dass sie Stadler ablösen müssen". Die größten Chancen hätten dabei Opel-Chef Karl Thomas Neumann und der ehemalige Skoda-Vorstandsvorsitzende Winfried Vahland. Ein VW-Konzernsprecher sagte, man weise Spekulationen um eine mögliche Nachfolgesuche für Stadler zurück.