VW-Chef Diess

Geht es nach den Vorstellungen von Volkswagen, sollten nicht ausschließlich Autos mit alternativen Antrieben, sondern auch moderne Verbrenner in eine Absatzförderung eingebunden werden. Bild: Volkswagen

| von Roswitha Maier

"Baldige kraftvolle Maßnahmen wären wichtig", sagte der Manager am Montag im Wolfsburger Stammwerk zum Wiederanlauf der Produktion. Um den Nachfrageeinbruch abzufedern, brauche die Branche so bald wie möglich Klarheit, ob auch mit staatlicher Hilfe der Absatz angekurbelt werden könne.

Niedersachsens Ministerpräsident und Volkswagen-Aufseher Stephan Weil (SPD) meinte mit Blick auf die am Mittwoch geplanten Beratungen mit seinen Amtskollegen in den beiden anderen Autoländern Bayern und Baden-Württemberg, die Branche sei "von fundamentaler Bedeutung".

In der jetzigen Phase eines negativen Konsumklimas gebe es Sorgen vor Jobverlusten. "Letztlich geht es darum, die Wirtschaft wieder in Bewegung zu bringen", sagte Diess. "Wir würden uns freuen, wenn die Politik Konsumanreize setzt. Wir können gleichzeitig einen großen Schritt tun in Richtung Verbesserung der Umweltverträglichkeit."

Weil kündigt an, ein mögliches Prämienmodell zügig zu besprechen: "Uns ist bewusst, dass wir eine schnelle Entscheidung brauchen. Eine zu lange Diskussion des Themas dürfte fehl am Platz sein." Es gehe dabei nicht nur um große Konzerne. "Wir reden über jede Menge mittelständische Unternehmen überall in Deutschland."

Geht es nach den Vorstellungen von Volkswagen, sollten nicht ausschließlich Autos mit alternativen Antrieben, sondern auch moderne Verbrenner in eine Absatzförderung eingebunden werden. Allein etwa auf E-Autos zu setzen, sei wegen der noch begrenzten Kapazitäten und dünnen Ladesäulen-Abdeckung wenig sinnvoll, sagte VW-Kernmarken-Geschäftsführer Ralf Brandstätter. "Deswegen sind wir der Meinung, dass auch eine Förderung des aktuellen Portfolios möglich ist". Nehme man mit Hilfe einer solchen umfassenden Prämie auch alte Autos von den Straßen, dürfte es einen "direkt spürbaren CO2-Effekt" geben. "Wir plädieren für ein einfaches Modell, das auch das aktuelle Fahrzeugangebot umfasst."