Martin Winterkorn, Volkswagen

Nach dem Abgang von Oberaufseher Piech packt VW-Chef Winterkorn den Konzernumbau an. Bild: VW

Der Konzernchef habe dem Spitzenmanagement bereits am Donnerstag (7. Mai) in Wolfsburg erste Vorstellungen dazu präsentiert. “Herr Winterkorn hat dort die Zukunft des Konzerns beschrieben und das Thema Neustrukturierung platziert”, zitiert die Mitteldeutsche Zeitung einen Unternehmenssprecher. Die neuen Strukturen sollen im Herbst vorgestellt werden.

Die Nachrichtenagentur Reuters hatte bereits am Dienstag über eine bevorstehende Klausurtagung des Managements berichtet, auf der die künftige Führungsstruktur auf den Weg gebracht werden solle. Erste Gerüchte dazu hatten bereits bei der Hauptversammlung am 5. Mai die Runde gemacht.

Details von Winterkorns Plänen nannte der Sprecher nicht. Es habe sich über eine interne Veranstaltung gehandelt, die weltweit in die Niederlassungen des Konzerns übertragen worden sei.

Volkswagen ist in den vergangenen Jahren rasant gewachsen. Mit weltweit zuletzt mehr als zehn Millionen ausgelieferten Fahrzeugen sind die Wolfsburger zwar auf dem Sprung, den Dauerrivalen Toyota von der Weltmarktspitze zu verdrängen. Intern mehren sich allerdings Zweifel, ob das Riesenreich mit seinen zwölf Marken und weltweit fast 600.000 Mitarbeitern noch beherrschbar ist. Deshalb werden schon seit einiger Zeit Modelle durchgespielt, wie Volkswagen anders organisiert werden könnte.

Überlegungen in diese Richtung seien aber in den alten Strukturen mit dem dominanten Ferdinand Piech nur schwer durchsetzbar gewesen. Insofern böte der Abgang des Patriarchen eine “exzellente Möglichkeit” für strukturelle Änderungen, so ein VW-Insider. Gelinge Winterkorn dieser Umbau, könne dies auch sein Meisterstück werden, um doch noch in den Aufsichtsratsvorsitz zu übernehmen.

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fv