| von Frank Volk
Jörg Astalosch in einer Gesprächssituation mit AUTOMOBIL PRODUKTION-Redakteur Frank Volk.
Astalosch: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass 500 Pop-UP in einer Megacity unterwegs sein.“ Jörg Astalosch (rechts) im Gespräch mit AP-Redakteur Frank Volk.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Von der Tragfähigkeit und dem Nutzen des Konzepts müssen Sie aber nicht nur die Autobauer und die künftigen Kunden überzeugen, sondern auch die Städte, in denen Pop-UP zum Einsatz kommen soll. Wie ist da das Interesse?
Wir sind mit einigen Städten im Gespräch. Als besonders spannend stellt sich gerade ein Weitertransport vom Flughafen in die Stadt heraus. Ein anderer Use-Case geht in die andere Richtung…

AUTOMOBIL PRODUKTION: …und wie sieht der aus?
Indem Sie beispielsweise bereits von zu Hause aus einchecken, mit dem rollenden Teil unseres Systems zu einem Aufnahmepunkt rollen, von der Drohne aufgenommen werden, so zum Flughafen kommen und dann direkt weiter fliegen. Da sind wir aber wieder bei den KI-Plattformen. Betonen möchte ich nochmals, dass es sich bei unserem Konzept um ein Teil eines integrierten Verkehrssystems handelt. Grundvoraussetzung ist natürlich, dass unser Gefährt technologisch reif ist, wovon ich ausgehe. Wirklich zur Entlastung des Verkehrs wird es aber ebenso wie das Roboter-Taxi erst, wenn die KI-Plattformen soweit sind, dass dieser komplexe Buchungsprozess reibungslos funktioniert.

AUTOMOBIL PRODUKTION: In der Autoindustrie finden Markteinführungen länder- und regionenweit statt. Für Ihr Konzept scheinen die wichtigsten Gesprächspartner in den Megacities zu sitzen…
Das ist ganz eindeutig so. In Länderkategorien zu denken und zu handeln, hilft nicht. Pop-UP hat einen klar definierten Zweck, den Luftraum in eine vernetzte Stadtmobilität einzubeziehen.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Zeichnen sich da schon Tendenzen ab, woher das größte Interesse kommt. Annehmen würde man: große Offenheit in Asien, den USA. Eher Zurückhaltung im stärker regulierten Europa – oder sind das Vorurteile?
Es gibt durchaus progressive Städte in Europa, auf jeden Fall solche mit hohem Handlungsdruck was die Verkehrssteuerung und –entwicklung anbelangt. Denken Sie nur mal an London. Sicherlich ist eine größere Offenheit auch in Regionen da, in denen der regulatorische Rahmen lockerer ist und man einen sehr offensiven Ansatz bei der Einführung neuer Mobilitätsformen verfolgt. Da denke ich an Städte wie Dubai oder Singapur. Aber auch die baltischen Staaten sind sehr progressiv.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Wie viele Pop-UPs werden über den Dächern der Mega-Cities umher schwirren. Reden wir von 100, 500 oder 1.000?
Was ich mir nicht vorstellen kann ist, dass 500 solcher Systeme wie Pop-UP in einer Megacity unterwegs sind. Meine Erwartung ist, dass, zumindest in der Aufbauphase, in den Städten vier, fünf Aufnahmepunkte für das Luftmodul definiert werden für den Transfer von Boden auf Luft oder umgekehrt.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Ist das der schwierigste Punkt: definierten Raum zu finden, von wo aus sie starten, respektive landen können. Beliebig möglich ist das ja kaum. Sie brauchen dort auch vorgehaltenen Platz und eine Ladeinfrastruktur. Sind da Dächer von Parkhäusern eine Lösung?
Das ist in der Tat keine triviale Fragestellung. Wenn Sie sich Luftbilder von Megacities anschauen, dann stellt man sehr schnell fest, dass nicht viel Raum zur Verfügung steht. Ja, Dächer von Parkhäusern sind ein Thema. Hochhäuser sind auch eine Möglichkeit. Andererseits wollen wir diese Form von Mobilität vielen Menschen ermöglichen. Durch Lade-/Parkflächen auf Hochhäusern schaffen sie das nicht. Wir gehen eher davon aus, dass es in den Städten Hubs gibt, wo die Systeme zur Verfügung stehen.