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Die Eiszeit-Stimmung am russischen Automarkt hat nun auch die GAZ-Gruppe erfasst. Angeblich hat der Autobauer staatliche Finanzhilfe beantragt. Bild: S.Borisov Fotolia.com

In Russlands Medien, darunter auch als seriös und gut informiert eingeschätzte Wirtschaftsmedien, wird seit Tagen über die Lage der GAZ-Gruppe spekuliert. In den Berichten heißt es weitgehend übereinstimmend, der Autobauer mit einem starken Portfolio an leichten Nutzfahrzeugen, habe um staatliche Finanzhilfe in Größenordnung von umgerechnet rund 400 Millionen US-Dollar nachgesucht. Vom Unternehmen selbst wurden die Berichte ganz pauschal als “Spekulationen” bezeichnet, ein Dementi gibt es aber nicht. Die ersten Berichte über eine mögliche Schieflage des Unternehmens waren aufgekommen, nachdem GAZ auf die Liste der sogenannten “Backbone Companies” gekommen war. Das sind Schlüsselunternehmen für die russische Wirtschaft. Erst wenn man auf dieser Liste ist, ist es überhaupt möglich, staatliche Hilfe zu erhalten.

GAZ ist auf dem Nutzfahrzeugsektor das, was Avtovaz mit der Kernmarke Lada im Automobilbereich ist. Nach einer Radikalsanierung unter dem heutigen Avtovaz-Chef Bo Andersson hat sich das Unternehmen aus der Fertigung von Pkw unter GAZ-Label verabschiedet, baut aber noch PKW als Kontraktfertiger. Einer der größten Kooperationspartner ist VW.

Im vergangenen Jahr musste der Hersteller laut Zahlen von IHS Automotive einen Absatzrückgang um 16 Prozent auf unter 70.000 verkaufte Fahrzeuge hinnehmen. In diesem Jahr wird mit einer extrem schwierigen Situation auf dem russischen Nutzfahrzeugsektor erwartet.

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Frank Volk