Fahrzeugproduktion_Türkei_Toyota

Die Fahrzeugproduktion in der Türkei leidet unter der schwachen Wirtschaft des Landes. Hier ein Bild aus der Fertigung des Toyota C-HR in Sakarya. Archivbild: Toyota

Wie der türkische Herstellerverband Otomotiv Sanayii Denergi (OSD) mitteilte, rutschte die Fahrzeugproduktion im Februar um 15,5 Prozent auf knapp 119.500 Einheiten ab. Nachdem bereits der Januar schwach war, summiert sich das Minus bei den Produktionszahlen nach den ersten zwei Monaten auf 13,7 Prozent. Dabei schnitten Pkw mit -15,6 Prozent deutlich schlechter ab als die in der Türkei absatzstarken leichten Nutzfahrzeuge. 

Die deutlich rückläufigen Produktionszahlen im Pkw-Bereich gehen nach Einschätzung von IHS Markit wesentlich auf die Kappe der schwachen Inlandsnachfrage, die im Februar um 47 Prozent eingebrochen war. Diese Schwäche wiederum ist Resultat der schlechten wirtschaftlichen Verfassung des Landes.

Besserung ist aufgrund der international umstrittenen Politik von Präsident Erdogan nicht zu erwarten. So ist eines der großen Probleme des Landes die hohe Inflation. Zwar hatte sich die türkische Lira in den vergangenen Wochen etwas stabilisiert, nach den gerade zu Ende gegangenen Kommunalwahlen war die Währung aber wieder stark unter Druck gekommen. Erschwerend wirke sich in dieser Schwächephase aus, dass die USA die Zölle auf Stahl und Aluminium aus der Türkei verdoppelt habe. Gleichwohl rechnen die Experten von IHS Markit auf das Gesamtjahr gesehen mit einer Stabilisierung der Lage und prognostizieren beim Absatz von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen einen Rückgang um 4,1 Prozent auf rund 595.700 Einheiten, analog dazu mit einem Produktionsrückgang von 4,8 Prozent auf 1,44 Millionen Einheiten.