AL, Geschäftsführer, Carlos Schantl

Inmitten des AL-Portfolios: Carlos Schantl, Mit-Geschäftsführer bei Automotive Lighting. Bild: AL

Der erste Eindruck ist entscheidend, der letzte Eindruck bleibt: Die Psychologie spricht von der Wirkung des Primacy- und Recency-Effekts. Was beim Fahrzeug wirkt, das unverwechselbare Erscheinungsbild der Marke prägt und ihr letztlich ein Gesicht gibt, sind die Scheinwerfer und Rückleuchten. Mit dieser Erkenntnis lässt sich  das Geschäftsmodell von Automotive Lighting Reutlingen GmbH (AL) schon sehr gut verstehen.

Im vergangenen Geschäftsjahr hat das Unternehmen weltweit 20,3 Millionen Scheinwerfer und 22,4 Millionen Rückleuchten für die Automobilindustrie hergestellt und damit insgesamt 1,8 Milliarden Euro erwirtschaftet. Im Laufe der Zeit konnte Automotive Lighting für viele Modelle bekannter OEMs unverkennbare Licht-Designs zeichnen. Für das AL-Management zählt dabei Qualität und Fortschritt: "Die ständige Suche nach kreativen Lösungen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit und zur gleichzeitigen Reduzierung der CO2-Emissionen, prägen die Arbeit im hohen Maße. Unsere Projektingenieure in den kundennahen Applikationszentren sind sehr gut integriert, greifen auf das Know-how in unseren Kompetenzzentren für Scheinwerfer, Heckleuchten und Elektronik zurück und garantieren damit die Qualitätsstandards in allen Werken. Besonders stolz sind wir auf unsere internationalen Teams, die die Sprache und Kultur unserer Kunden vor Ort verstehen und deren spezielle Anforderungen umsetzen können", erklärt Mit-Geschäftsführer Carlos Schantl. 

Glanzlichter: Xenon, LED & Co.

Bei heutigen Lichtsystemen werden unterschiedliche Lichtquellentechnologien wie Halogen, Xenon, LED oder auch Laser eingesetzt.

Die technologische Zukunft sieht Automotive Lighting bei LEDs: "Die Scheinwerfertechnologie der Zukunft basiert auf LEDs als Lichtquellen – neben den Signalleuchten im Scheinwerfer (Tagfahrlicht, Begrenzungslicht und Blinker) auch beim Abblendlicht und beim Fernlicht. Das liegt zum einen an den rasant wachsenden Wirkungsgraden dieser Lichtquellen, aber auch an verschiedenen anderen Aspekten", konstatiert Dr. Ernst-Olaf Rosenhahn, Leiter für lichttechnische Innovationen bei AL. Ein entscheidender Aspekt dürfte die Design-Offenheit der LED-Technologie sein, die den Marken schon jetzt viele Gestaltungsmöglichkeiten bietet.

Die oft erwähnte Lasertechnologie befinde sich heute noch in der Forschungs- oder Vorentwicklungsphase und habe bis zur Marktreife in einer vorteilhaften Anwendung noch einige Hürden zu nehmen: "So sind die Umgebungsbedingungen im Scheinwerfer über den großen Temperaturbereich mit allen Feuchtigkeits- und Vibrationsanforderungen in der Serienanwendung für diese Technologie noch eine ungelöste Herausforderung", stellt Rosenhahn klar.

Nach der Einführung des ersten Voll-LED-Scheinwerfers im Jahre 2008 im Audi R8 und den adaptiven Systemen im Mercedes CLS und Audi A7 will Automotive Lighting seine führende Stellung bezüglich der Scheinwerfertechnologien bestätigen. Dazu arbeitet das Unternehmen an der Weiterentwicklung bestehender Konzepte – auch auf Basis neuartiger LEDs – und an Innovationen im Scheinwerferbereich, die erst durch diese Technik als Lichtquelle möglich werden. Ziel ist es, den Komfort und die Sicherheit im nächtlichen Straßenverkehr weiter zu erhöhen. Für seine richtungweisenden LED-Produkte wurde AL bereits mehrfach ausgezeichnet – unter anderem mit dem Ferdinand-Porsche-Preis für die technische Anwendung und mit dem "red dot award" für das Design.

Kampfansagen macht das Unternehmen nicht. Dennoch, auch für das laufende Geschäftsjahr rechnet Automotive Lighting mit einem erneuten Wachstum im zweistelligen Prozent-Bereich. Das Unternehmen ist dabei auf Fachkräfte-Nachwuchs angewiesen: "Damit wir unsere Wachstumsziele in den nächsten Jahren realisieren können, suchen wir noch engagierte Mitarbeiter",  wirbt  Carlos Schantl.