Osram Gewinnwarnung

Osram wird offensichtlich mittelbares Opfer des US-chinesischen Handelskonflikts, der in der Volksrepublik einen unerwartet starken Einbruch der Konjunktur zur Folge hat. Unter anderem sind erstmals seit einem Vierteljahrhundert die Autoverkaufszahlen in China gesunken. Bild: Osram

Der Lichtkonzern Osram erwartet düstere Zeiten: In einer Gewinnwarnung hat das Münchner Unternehmen seine Prognose für 2019 drastisch gesenkt. Der Umsatz könnte um 11 bis 14 % schrumpfen, wie Osram am Donnerstag (28. März 2019) mitteilte. Zudem sollen von jedem Umsatz-Euro nur 8 bis 10 % als bereinigter Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes Ebitda) beim Unternehmen hängen bleiben. Ursprünglich hatte das Ziel bei 12 bis 14 % gelegen. Außerdem droht im laufenden Geschäftsbetrieb nun ein Defizit von 50 bis 150 Mio Euro bei Ein- und Ausgaben.

Am Aktienmarkt kamen die Neuigkeiten schlecht an. Der Kurs der Osram-Aktie sackte am Nachmittag um fast 11 % in den Keller und damit auf den tiefsten Stand seit Mitte Oktober. "Der Hintergrund ist unter anderem die anhaltende Marktschwäche in der Automobilindustrie, der Allgemeinbeleuchtung und bei mobilen Endgeräten", hieß es in der Mitteilung. "Dies hat zu hohen Lagerbeständen insbesondere in China geführt."

Osram wird offensichtlich mittelbares Opfer des US-chinesischen Handelskonflikts, der in der Volksrepublik einen unerwartet starken Einbruch der Konjunktur zur Folge hat. Unter anderem sind erstmals seit einem Vierteljahrhundert die Autoverkaufszahlen in China gesunken. Da die Autobranche zu den wichtigsten Abnehmern von Osram-Produkten zählt, trifft dies das Unternehmen hart.

Unternehmenschef Olaf Berlien hatte ursprünglich gehofft, dass sich die Nachfrage beleben würde, doch davon geht der Konzern mittlerweile nicht mehr aus. Berlien und Vorstandskollegen hatten bereits ein Sparprogramm verkündet, bis 2021 sollen die Kosten um 200 Mio Euro pro Jahr sinken.