Firmenhauptsitz des Knorr-Bremse Konzerns in München

Das Haldex-Management hat Unterstützung für Übernahme durch Knorr zurück gezogen. Bild: Knorr-Bremse

Die Chance auf eine Genehmigung der Wettbewerbshüter sei mittlerweile sehr gering, begründeten die Schweden am späten Donnerstagabend ihre neue Position zur Fusion. Die europäischen Marktwächter hätten in sechs Geschäftsbereichen erhebliche Zweifel angemeldet.

Die von Knorr-Bremse Mitte der Woche beantragte Verlängerung der Annahmefrist vom 26. September 2017 bis zum 9. Februar 2018 werde Haldex zudem weiter schaden, argumentieren die Schweden. Knorr hatte die Fristverlängerung mit Blick auf eine mögliche vertiefte Prüfung der EU-Kommission angefragt. Für Knorr kommt der Meinungsschwenk von Haldex überraschend. Für eine Stellungnahme war am Morgen zunächst niemand bei Knorr zu erreichen. Am Mittwochabend gab sich der Vorstandsvorsitzende Klaus Deller laut Mitteilung noch zuversichtlich. "Wir setzen das Kartellfreigabeverfahren mit vollem Engagement fort", hieß es.

Bereits im April hatte Knorr-Bremse eine Verlängerung vom 16. Juni auf den 26. September 2017 beantragt. Die Münchner hatten sich im vergangenen Oktober in einem Bietergefecht gegen den Autozulieferer ZF Friedrichshafen durchgesetzt. Sie wollen 125 schwedische Kronen je Aktie zahlen, insgesamt umgerechnet rund 583 Millionen Euro.