Siemens

Siemens hat im dritten Geschäftsquartal besser abgeschnitten als erwartet, die Coronakrise hat aber auch beim Münchner Technologiekonzern Spuren hinterlassen. Bild: Siemens

| von Roswitha Maier

Verluste im Energiegeschäft, das Ende September an die Börse gebracht werden soll, halbierten den Konzerngewinn allerdings auf 539 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr wagte Siemens keine Gewinnprognose.

Der Jahresumsatz dürfte um drei bis fünf Prozent sinken. Aber die Höhe des Abspaltungsgewinns der Energiesparte sei noch nicht absehbar. Und wie sich eine zweite Corona-Welle auf die weltweiten Lieferketten auswirken würde, sei völlig ungewiss, erklärten der scheidende Vorstandchef Joe Kaeser und Finanzvorstand Ralf Thomas.

Der Auftragseingang von Siemens sank im Vergleich zum Vorjahr um sieben Prozent auf 14,4 Milliarden Euro, der Umsatz um fünf Prozent auf 13,5 Milliarden. Das bereinigte operative Ergebnis der Industriegeschäfte stieg hingegen um acht Prozent auf 1,8 Milliarden Euro.

Das Geschäft mit der Automatisierung in Schlüsselindustrien wie dem Auto- und Maschinenbau litt dabei zwar. Vorstand Roland Busch, der im Oktober operativ das Ruder im Konzern übernehmen und Kaeser als Siemens-Chef im Februar ablösen soll, erwartet hier kurzfristig keine Erholung. Neben Einsparungen wirkte sich aber vor allem das Geschäft mit Industriesoftware positiv aus: Die renditestarke Sparte legte um zehn Prozent zu. Auch das Geschäft mit intelligenter Infrastruktur "hat sich gegenüber dem zweiten Quartal deutlich verbessert", sagte Kaeser.

Für das Digitalisierungsgeschäft setzt Busch auf weitere Partnerschaften, wie etwa die jüngst mit SAP beschlossene Zusammenarbeit. Damit "helfen wir unseren Kunden, die digitale Vernetzung in ihren Unternehmen weiter zu beschleunigen", sagte er und gab ein Beispiel: Ein Autobauer könne Daten seiner digitalen Modelle mit Echtzeitinformationen aus der Lieferkette und Leistungsdaten aus dem realen Betrieb verknüpfen. "Wenn Probleme auftreten, etwa bei einem Zulieferer, kann die Lieferkette umgehend angepasst werden und die Fertigung kann weiterlaufen." Siemens setze in Zukunft noch stärker auf Partnerschaften, denn so "kommen wir schneller zu tragfähigen Lösungen."

Enttäuscht äußerte sich Kaeser über den Rückgang der Gewinnmarge bei der "etwas erfolgsverwöhnten Mobility"-Zugsparte. "Hier können wir aber wieder mit einer deutlichen Verbesserung im vierten Quartal rechnen." Busch betonte den gestiegenen Umsatz und Auftragseingang und den Milliardenauftrag der Deutschen Bahn für 30 neue ICE-Züge. Er fügte hinzu: "Aufgrund dieser insgesamt positiven Marktperspektiven und Entwicklungen unseres Mobilitätsgeschäfts bekräftigen wir, dass Siemens Mobility ein integraler Bestandteil der Siemens AG ist."

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