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Das Programm ‚Value 21’ ist nach Angaben des Autozulieferers und Kabelspezialisten mit Restrukturierungskosten in Höhe von rund 120 Millionen Euro verbunden, die Hälfte unter anderem für die Streichung von 2.000 Arbeitsplätzen weltweit. Bild: Leoni

Beim angeschlagenen Autozulieferer und Kabelspezialist Leoni ist der Start ins neue Jahr missglückt. In den ersten zwei Monaten habe sich die anhaltend schwierige Situation in unerwartetem Umfang fortgesetzt, hieß es in einer am Sonntagabend (16. März 2019) verbreiteten Mitteilung des Unternehmens. Leoni will mit einem Sparprogramm gegensteuern. Der Finanzvorstand nimmt per sofort seinen Hut, dessen Aufgaben werden zunächst durch Vorstandschef Aldo Kamper übernommen.

Am Ausblick für das laufende Jahr hält das Unternehmen nicht mehr fest, auf einen neuen wird verzichtet. Stattdessen kündigte Leoni an, mit einem Programm namens ‚Value 21’ ab 2022 jährlich 500 Mio Euro im Vergleich zu 2018 an strukturellen Kosten jährlich einsparen zu wollen. Das Programm sei mit Restrukturierungskosten in Höhe von rund 120 Mio Euro verbunden, die Hälfte unter anderem für die Streichung von 2000 Arbeitsplätzen weltweit.

Leoni denkt zudem über "alle Optionen" für Geschäftsbereiche mit einem Jahresumsatz von bis zu 500 Mio Euro nach. Die Unternehmensstruktur soll in eine Finanzholding sowie zwei unternehmerisch eigenständig agierende Divisionen geändert werden. Der Konzern will künftig außerdem mehr auf Einnahmen und Profitabilität achten und ist bereit, dafür auf Umsatz zu verzichten. Der Nettoeffekt des Programms solle in einem stabilen Marktumfeld über die nächsten drei Jahre zu einer Verbesserung der Ebit-Marge (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) um zwei bis drei Prozentpunkte im Vergleich zu 2018 führen.