Witte, Autogriff

Der Autogriff der Zukunft: Er sieht aus wie ein ganz normaler Griff, doch dieser von Witte Automotive und Tapkey weiterentwickelte Türaußengriff mit NFC-Technologie und Smartphone-Konnektivität ist Hightech pur. Bild: Witte Automotive

Mit kleinen Teilen lassen sich oft große Geschäfte machen. Witte Automotive fährt so seit über 100 Jahren recht gut. Ein schlüssiges Konzept ist nicht nur ein Gesetz im Unternehmensleitbild des Mittelständlers aus Velbert, sondern zugleich Kerngeschäft des Traditionsunternehmens. Seit dem zweiten Weltkrieg fokussiert Witte aufs Autogeschäft. Erster Erfolg im Deutschen: Witte stattete den ersten VW-Käfer mit Türgriffen aus.

Bald überzeugten die Sauerländer europäische Hersteller von Schlössern "made in Velbert".  Dass man die Globalisierung nie aus dem Auge verliert, zeigt ein Joint-Venture: Der Scharnier- und Schließexperte schloss sich mit dem US-Unternehmen zu VAST zusammen. Geschäftsführer Rainer Gölz: "Dank VAST können wir die hohen Anforderungen sehr gut erfüllen, die die Automobilkonzerne an ihre Zulieferer stellen. Unsere strategische Allianz besteht aus drei Automobilzulieferern: Strattec und adac  Automotive – beides amerikanische Unternehmen – und Witte Automotive."

Und betont die Vorteile der so garantierten globalen Präsenz: "Mit elf Entwicklungs- und 15 Produktionsstandorten in Asien, Nord- und Südamerika sowie in Europa ist VAST überall da, wo auch die OEM sind. Heute schon sind ein Großteil der Aufträge globale Projekte, die wir nur aufgrund der globalen Allianz akquirieren konnten. Im vergangenen Jahr haben wir mit VAST beispielsweise für Ford, VW oder auch GM in Nordamerika, Europa und China Projekte in Serie gebracht. Für diese globalen Anfragen hat sich die Zahl unserer Wettbewerber deutlich reduziert, da viele kleinere Zulieferer bei globalen Projekten von vornherein ausscheiden."

Darüber hinaus weitet das dreiköpfigen Management-Team die Geschäftstätigkeiten durch Übernahmen aus. So wurde vor sieben Jahren das Velberter Unternehmen Friedr. Fingscheidt GmbH mit etwa 300 Mitarbeitern übernommen. Neben dem Hauptsitz in Velbert verfügt Fingscheidt noch über einen Produktionsstandort in Wülfrath. Das Besondere: Dort wird unter anderem der Mercedes-Stern hergestellt.

Aktuell gehören mehrere Tochtergesellschaften mit verschiedenen Kompetenzzentren in Velbert, Bitburg und Stromberg sowie in Nejdek (Tschechien), Ruse (Bulgarien) und Paris (Vertriebs- und Entwicklungsbüro) zu Witte.
Heute zählen fast alle Autobauer zu Wittes Kunden und ordern Schließsysteme für Front- und Heckklappen, Schließsysteme für Fahrzeugtüren und Sicherheitsprodukte für Fahrzeugsitze. Das liegt auch daran, dass sich Witte ständig neu erfindet – Stichwort: Connectivity. Gölz: "Wir haben gemeinsam mit einem Partner ein neues, NFC-basiertes System entwickelt, welches den Zugang und das managen von Fahrzeugen maßgeblich verändern wird. Den Kern dieser innovativen Lösung stellt ein normales Smartphone oder Tablet dar, welches dank Witte Mobile Access zum Smartkey wird. Wir sind in der Lage, die elektronischen und mechanischen Komponenten in die Türaußengriffe und Schlösser zu integrieren und diese so zu unsichtbaren Empfängern der gesicherten NFC-Verbindung aufzuwerten."

Witte denkt nicht nur an Neufahrzeuge. Gölz: "Dieses System wird es auch als Nachrüstlösung für bereits bestehende Fahrzeuge geben. Besondere Vorteile von Witte Mobile Access: Das Fahrzeug benötigt keine dauerhafte eigene Internetverbindung, die Zugangsberechtigung lässt sich übertragen und zeitlich begrenzen. Außerdem kommt die gleiche Technologie zum Einsatz, die bereits von Banken verwendet wird und bietet daher maximale funktionale Sicherheit." Und macht klar, dass die Innovation eine neuartige Flexibilität für Flotten, Car Sharing und Lieferungen in den Kofferraum bietet. Also mit Sicherheit eine Schlüsseltechnologie der Zukunft.