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Der ZF-Vorstand unterrichete die Belegschaft am Donnerstag (28. Mai), weltweit bis zu 15.000 Stellen streichen zu wollen. Bis Ende 2022 sind betriebsbedingte Kündigungen bei ZF an den meisten Standorten allerdings ausgeschlossen. Bild: ZF

| von Roswitha Maier

"Aus heutiger Sicht müssen wir bis 2025 weltweit unsere Kapazitäten anpassen und 12.000 bis 15.000 Arbeitsplätze abbauen, davon etwa die Hälfte in Deutschland", heißt es in dem Mitarbeiterbrief, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Ein ZF-Sprecher sagte, man kommentiere dies nicht. Zuerst hatten der Südkurier und die Saarbrücker Zeitung über den Schritt berichtet. Die Konzernführung begründet die Pläne für den Personalabbau mit den Umsatzeinbrüchen in Folge der Coronakrise.

Der Vorsitzende des Betriebsrats bei ZF, Achim Dietrich, zeigte sich "genauso wie die Belegschaft" überrascht. Der Gesamtbetriebsrat sei vom Vorstand erst am Mittwoch über die Pläne informiert worden. "Wir setzen weiter auf Kurzarbeit und kämpfen um jeden Beschäftigten", sagte Dietrich der dpa. In dem Gespräch am Vortag habe der Vorstand von einem Umsatzeinbruch von 25 Prozent über das Gesamtjahr gesprochen. "Das sind 8 Milliarden Euro", erklärte Dietrich. Die Geschäfte in den ersten drei Monaten 2020 seien gut gelaufen, der April sei "grottenschlecht" gewesen.

"Als Folge des Nachfragestopps auf Kundenseite wird unser Unternehmen 2020 hohe finanzielle Verluste machen", heißt es in dem Schreiben an die Belegschaft. Alle bisherigen Maßnahmen reichten bei Weitem nicht aus, denn die Krise werde länger dauern. "Kurzfristig wird das Unternehmen zusätzliche Beiträge aus dem Kreis der Mitarbeiter brauchen, um das Jahr 2020 zu bewältigen." Die Detailplanung werde in den nächsten Wochen erarbeitet und mit der Arbeitnehmervertretung verhandelt. Bis spätestens August, so heißt es in Unternehmenskreisen, sollen die konkreten Pläne beschlossen werden.

Zu Jahresbeginn beschäftigte ZF konzernweit knapp 148.000 Menschen, knapp 51.000 davon im Inland. Bis Ende 2022 sind betriebsbedingte Kündigungen bei ZF an den meisten Standorten ausgeschlossen.

Bereits 2019 gingen die Erlöse des Autozulieferers von 36,9 Milliarden auf 36,5 Milliarden Euro zurück. Der auf die eigenen Aktionäre entfallende Gewinn nach Steuern stürzte auf 350 (Vorjahr: 904) Millionen Euro ab. Erst kürzlich hatte ZF mitgeteilt, dass aufgrund der Corona-Pandemie Teile von Produktion und Verwaltung kontrolliert heruntergefahren würden, um unter anderem auf die ausbleibende Nachfrage von Auto- und Lkw-Herstellern zu reagieren. Mit dem ZF-Gesamtbetriebsrat wurde eine Vereinbarung über die Einführung von Kurzarbeit getroffen. Die Regelung gilt zunächst bis Juni.