Beim Tanken mit Diesel

Durch SCR-Technik bleiben alte Diesel unter strengen Grenzwerten. Bild: Sandor-Jackal-Fotolia.com

Während die Autohersteller noch über Nachrüstmöglichkeiten und Software-Updates nachdenken, hat der Zulieferer Twintec ein SCR-Kit zum Nachrüsten aus Originalteilen aus dem VW-Ersatzteillager entwickelt. Das Ergebnis im Fahrtest der Zeitschrift auto motor und sport ist erstaunlich: Der Schadstoffausstoß des mit dem System ausgerüsteten VW Passat 1.6 TDI lag sogar unter den Werten fast aller Euro-6-Diesel.

Das von Twintec entwickelte, universelle SCR-System ließe sich in jedem Diesel nachrüsten. Es verwendet wie SCR-Systeme in Euro-6-Dieseln Harnstoff (AdBlue), allerdings mit dem Unterschied, dass das AdBlue erhitzt und in Ammoniak umgewandelt wird, bevor es in den Katalysator eingeleitet wird. Dadurch wirkt die Abgasreinigung schon, wenn der Motor noch nicht warm gelaufen ist. Im ams-Test über eine Strecke von 100 Kilometern stieß der Euro-5-Diesel mit dem System 49 mg NOx pro Kilometer aus und blieb damit unter dem Euro-6-Grenzwert von 80 mg/km. Der Passat ohne Nachrüstsystem kam auf 431 mg NOx pro Kilometer, obwohl das Auto bereits mit dem neuen Software-Update ausgestattet war, mit dem VW alle vom Dieselskandal betroffenen EA-189-Motoren umrüstet.

Von den mehr als 40 von ams im realen Verkehr getesteten Euro-6-Dieseln war bislang nur ein einziges Modell sauberer als der nachgerüstete Passat: Die neue Mercedes E-Klasse kommt im echten Verkehr auf 41 mg NOx pro Kilometer. Selbst bei guten Diesel-Neuwagen liegen die NOx-Werte üblicherweise bei 100 bis 300 mg. Das bisher schlechteste von der Redaktion getestete Auto, ein Renault Captur dCi 110, kommt sogar auf den Wert von 1336 mg/km.

  • Die Mercedes S-Klasse Modellpflege kommt im Sommer 2017 mit einem neuen Sechszylinder-Diesel. Bild: Daimler AG

    Die Mercedes S-Klasse Modellpflege kommt im Sommer 2017 mit einem neuen Sechszylinder-Diesel. Bild: Daimler AG

  • Nach Ansicht der Experten des Wiener Motorensymposiums hat der Dieselmotor eine Zukunft. Bild: Marcel Sommer

    Nach Ansicht der Experten des Wiener Motorensymposiums hat der Dieselmotor eine Zukunft. Bild: Marcel Sommer

  • Umfassende CO2-Maßnahmen stehen nach wie vor im Fokus der Entwickler. Bild: Marcel Sommer

    Umfassende CO2-Maßnahmen stehen nach wie vor im Fokus der Entwickler. Bild: Marcel Sommer

  • Der Diesel ist vor allem für die SUVs eine gute Wahl. Bild: Hersteller

    Der Diesel ist vor allem für die SUVs eine gute Wahl. Bild: Hersteller

  • Die Kühlung der Abgasrückführung ist ebenfalls wichtig. Bild: Hersteller

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  • Das Mercedes-Triebwerk hat 2.925 Kubikzentimeter Hubraum. Bild: Daimler AG

    Das Mercedes-Triebwerk hat 2.925 Kubikzentimeter Hubraum. Bild: Daimler AG

  • Beim Diesel verbessern die Ingenieure viele Details. Bild: Andreas Lindlahr

    Beim Diesel verbessern die Ingenieure viele Details. Bild: Andreas Lindlahr

  • Bei der überarbeiteten S-Klasse wird der neue Diesel als 350d und 400d eingesetzt. Bild: Daimler AG

    Bei der überarbeiteten S-Klasse wird der neue Diesel als 350d und 400d eingesetzt. Bild: Daimler AG

  • Das Kaltstartverhalten des Katalysators ist ebenfalls wichtig für die Reduktion der CO2-Emissionen. Bild: Marcel Sommer

    Das Kaltstartverhalten des Katalysators ist ebenfalls wichtig für die Reduktion der CO2-Emissionen. Bild: Marcel Sommer

  • Die Piezo-Injektoren werden ebenfalls verbessert. Bild: Hersteller

    Die Piezo-Injektoren werden ebenfalls verbessert. Bild: Hersteller