Harald Krüger, BMW-Produktionsvorstand

BMW-Chef Krüger: Vorlage der Halbjahreszahlen am Dienstag wird kein durchgängiges Vergnügen. Bild: BMW

“Zwischen i3 und i8 ist ja rein zahlenmäßig noch Platz”, zitiert die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung Krüger, der eine konkreter Aussage wie schon in früheren Monaten aber verweigerte. In Branchenkreisen gilt als wahrscheinlich, dass BMW ein weiteres i-Modell in 5er-Format und im SUV-Design auflegen wird.

In den ersten sechs Monaten verkaufte der Konzern Krüger zufolge mehr als 12.500 BMW i-Fahrzeuge, etwa jeder zehnte davon in Deutschland. Dass das Geschäft mit Elektro-Autos noch schleppend verläuft, hat für Krüger mehrere Ursachen. So sei das Netz an Ladestationen noch nicht eng genug. Auch sei die Reichweite für viele Kunden ein Problem.

Die Produktion der Elektrofahrzeuge asu Bayern lockt auch Manager aus dem Silicon Valley an. So hatte Apple-Chef Tim Cook im vergangenen Jahr die BMW-Zentrale besucht, zudem berichtete Reuters, dass eine Delegation des IT-Unternehmens di ei3-Fertigung in Leipzig besucht habe und sich dort sehr für die Produktion interessiert habe. Die Gespräche seien jedoch ohne Ergebnis beendet worden. Seither kommen immer wieder Gerüchte über eine mögliche Zusammenarbeit von Appple und BMW auf dem Feld der Elektromobilität auf. Als sicher gilt inzwischen, dass das Hightech-Unternehmen mehr als nur mit dem Einstieg in das Autogeschäft liebäugelt.

Ob und wenn was da zwischen München und dem Silicon Valley läuft ist unklar. Krüger sagte gegenüber der FAS nur: “Wir sind regelmäßig mit Unternehmen aus der internationalen IT-Branche im Austausch – das gilt auch für Apple”. Dabei gehe es um die Vernetzung der Fahrzeuge.

Sehr viel konkreter sind da die Zahlen für das erste Halbjahr. Erstmals gibt Krüger am kommenden Dienstag (4. August) diese in seiner Rolle als Konzernchef bekannt. Eine durchgängig angenehme Aufgabe wird das nicht. Nach Einschätzung von Analysten dürfte BMW im zweiten Quartal deutlich weniger Gewinn eingefahren haben. In der Kernsparte Automobile rechnen die Experten mit einem Rückgang des operativen Ergebnisses von mehr als zehn Prozent auf 1,94 Milliarden Euro. Die Marge dürfte von 11,7 Prozent auf 9,3 Prozent gesunken sein. Der Konzernumsatz sollte sich um 13 Prozent auf 22,5 Milliarden Euro erhöht haben.

Großes Thema dürfte wie auch bei Rivale Audi die Entwicklung in China sein. Die VW-Tochter hatte ohne Nennung eines neuen Ziels eingeräumt, dass es 2015 mit dem Absatz von 600.000 Einheiten in China nichts werden wird. Erstmals hatte Audi-Chef Stadler davon gesprochen, dass es durch die schwierige Lage am Immobilienmarkt und den Kurssturz an der Börse zu Verschiebungen beim Kauf von Premiumautos komme. Bislang war die Marktschwäche in China vornehmlich als Problem der Volumenmarken betrachtet worden.

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fv