Anstelle der bisherigen Rückspiegel zeigen dem Fahrer zwei Monitore das Geschehen im rückwärtigen und seitlichen Fahrzeugumfeld. – Bild: Continental

Anstelle der bisherigen Rückspiegel zeigen dem Fahrer zwei Monitore das Geschehen im rückwärtigen und seitlichen Fahrzeugumfeld. – Bild: Continental

In dem Versuchsträger sind drei Kameras verbaut, die technisch Surround View-Kameras entsprechen, jedoch über einen anderen Öffnungswinkel verfügen. Anstelle der bisherigen Rückspiegel zeigen dem Fahrer zwei Monitore mit organischen Leuchtdioden (OLED) in den jeweils gewohnten Blickrichtungen das Geschehen im rückwärtigen und seitlichen Fahrzeugumfeld.

Vorteile: Größeres Sichtfeld, keine Blendung, Verkehrssituationserkennung mit Fahrerassistenzfunktionen. Darüber hinaus sind die Kameras wesentlich unempfindlicher gegenüber Verschmutzungs. Besonderer Clou: Da die Außenspiegel wegfallen, verbessert sich auch der Spritverbrauch des Wagens. Zudem nehmen auch die Windgeräusche ab.

Lückenlose Sicht ohne Verrenkungen

Die Adaption der Seitenkameras an das Chassis realisierten die Entwickler mit kleinen pyramidenförmigen Gehäusen im Fensterdreieck. Die dritte Kamera ist unauffällig in den Spiegelfuß der GPS-Antenne auf dem Dach integriert. Aus den drei Kamerabildern setzt die Bildverarbeitung für jeden Monitor ein entsprechendes Bild zusammen.

Zusätzlich zu den gewohnten Spiegeldarstellungen lassen sich für den Fahrer mit normalem Blick nicht erkennbare Bereiche erfassen und vergrößern so den Sichtbereich. Das heißt, man kann über verschiedene Bildmodi beispielsweise seitlich und rückwärtig am eigenen Fahrzeug vorbeischauen. Bei geeigneter Ausrichtung vermeidet dieses “Stitching” (Zusammenfügen der Bilder) jede Lücke im Sichtfeld, vor allem den unfallträchtigen toten Winkel konventioneller Spiegel.

“Über den reinen Spiegelersatz hinaus lässt sich mit dem Kamera-Monitor-System zusätzlicher Nutzen für den Fahrer schaffen”, so Marc Simon, Projektleiter Mirror Replacement in der Zukunftsentwicklung der Division Chassis & Safety. Beispielsweise bei Dämmerung und hoher Geschwindigkeit werden auf dem Monitor kritische Fahrzeuge, Geschwindigkeiten und Entfernungen angezeigt, so dass der Fahrer leichter Entscheidungen über Fahrmanöver treffen kann.

Mit den vorgestellten digitalen “Spiegeln” setzt Continental die Anforderungen der konventionellen Spiegelklassen I und III um. Wenn die Zulassung solcher Kamera-Monitor-Systeme wie geplant noch 2016 in der international vereinbarten technischen Vorschrift UNECE R46formuliert wird, steht einem Serieneinsatz ab 2018 nichts mehr im Weg.

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gp