BMW Welt
| von Roswitha Maier

Die Dividende für die Stammaktionäre kürzte der Konzern aber unerwartet kräftig um einen Euro auf 2,50 Euro, weil auf Jahressicht hohe Vorleistungen genauso ins Gewicht fielen wie eine milliardenschwere Kartellrückstellung. Zum Ausblick auf das laufende Jahr und zu möglichen Auswirkungen der Pandemie des Coronavirus will sich das Unternehmen erst kommende Woche auf der Pressekonferenz äußern.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern lag zwischen Oktober und Dezember mit 2,33 Milliarden Euro knapp ein Drittel über dem schwachen Vorjahreszeitraum, wie das Unternehmen am Donnerstag in München mitteilte. Ein Jahr zuvor hatte insbesondere in Europa die Einführung des Abgas- und Verbrauchstests WLTP den Markt durcheinandergewirbelt und auch BMW die Preise verhagelt. Zudem waren Kosten für den Zollstreit zwischen den USA und China obendrauf gekommen.

Diesmal legte das Kerngeschäft mit dem Automobilbau deutlich zu, der Konzernumsatz kletterte um knapp 20 Prozent auf 29,4 Milliarden Euro - auch dank der Finanzsparte. Der Anteil von teuren Oberklassemodellen im gesamten Absatz sei deutlich gestiegen, hieß es vom Unternehmen. "Wir haben die anstehenden Veränderungen frühzeitig erkannt und unsere Hausaufgaben gemacht. Jetzt entfaltet sich unser volles Potential - genau im richtigen Moment", zog Vorstandschef Oliver Zipse eine positive Bilanz der jüngsten Ergebnisse. Die Auto-Auslieferungen im Konzern waren im vierten Quartal um 1,4 Prozent auf 665.803 Fahrzeuge geklettert, diejenigen der gewinnträchtigeren Stammmarke BMW um 3,7 Prozent.

Dennoch: Das Gesamtjahr sieht nach wie vor düster aus. Der um 7,6 Prozent auf 104,2 Milliarden Euro gestiegene Umsatz kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Unternehmen beim Ergebnis und Überschuss deutlich Federn lassen musste. Gestiegene Vorleistungen für neue Technik und Modelle machten sich weiter bemerkbar, ebenso die 1,4 Milliarden Euro teure Rückstellung für eine mögliche Kartellstrafe der EU aus dem vergangenen Frühjahr. Unter dem Strich blieben sogar knapp 29 Prozent weniger übrig mit 5,02 Milliarden Euro Überschuss. Die Dividende auf die im Dax notierten Stammaktien wird nun stärker gekürzt als von Analysten zuvor geschätzt.

Der Eintrag "freemium_overlay_form_apr" existiert leider nicht.