Bye, bye Aston Martin Vanquish, hallo DBS Superleggera. Oder: Der König ist tot, lang lebe der König. Zumindest was das Selbstverständnis der Briten angeht. Der Name des neuen Aston Martin GT-Flaggschiffs lässt Connaisseur das Wasser im Munde zusammenlaufen: Das Kürzel DBS trugen schon so berühmte Vorgänger, wie das orange Dienstfahrzeug („Bahama Yellow“), den der unvergessene Roger Moore in der Rolle des des Lords Brett Sinclair in der Fernsehserie „Die Zwei“ (Original: The Persuaders) bewegte. Dazu kommt das italienische Wort Superleggera, was nichts weniger heißt als „sehr leicht“. In Kilogramm ausgedrückt sind das beim neuesten Aston Martin 1.693 Kilogramm Trockengewicht.

Um die Masse unter 1,7 Tonnen zu drücken, haben die Ingenieure das Aluminium-Chassis mit einigen Kohlefaserteilen beplankt. Die Kraft den Briten in 3,4 Sekunden von null auf hundert und weiter bis auf maximal 340 km/h zu katapultieren, kommt von einem 5.2-Liter Biturbo V12-Motor mit 525 kW / 725 PS und einem maximalen Drehmoment von imposanten 900 Newtonmetern, das von 1.800 bis 5.000 U/min zur Verfügung steht. Dieses hohe Plateau, das über ein breites Drehzahlband zur Verfügung steht, erhöht die Fahrbarkeit des GTs. Bei aller Freude über diese Leistungsausbeute bringt ein solcher Zwölfender aber auch eine Menge Gewicht mit ins Auto. Um diese Maße nun im Sinne einer möglichst idealen Achslastverteilung zu nutzen, haben die Aston Martin Techniker, das Triebwerk möglichst nach hinten versetzt. Herausgekommen ist ein Front-Mittelmotor-Sportwagen mit einer Gewichtsverteilung von 51:49.

Wie aus dem Lehrbuch der Aerodynamik

Die Kraftübertragung geschieht mittels der neuen schnelle agierenden ZF Achtgangautomatik (ZF8HP95), einem Aluminium Torsionsrohr und einer Kohlefaser-Kardanwelle. Bei der Hinterachse sorgt ein mechanisches Sperrdifferential im Zusammenspiel mit Torque Vectoring für eine angemessene Agilität. Die Modi des Antriebsstrangs „GT“, „Sport“ und „Sport Plus“ können jeweils unabhängig von den identischen Fahrprogrammen des Chassis‘, das mit variablen Dämpfern bestückt ist, gewählt werden. Damit kann der Fahrer den schnellen GT nach seinen Wünschen kalibrieren. Standfeste Carbon-Keramikbremsen garantieren auch im harten Sport-Einsatz eine standfeste Verzögerung und eine Doppelquerlenker Achse vorne sowie eine aufwendige Mehrlenkerachse hinten helfen bei der Agilität und der Straßenlage. Das Fahrwerk ist mit stärkeren Stabilisatoren und Zusatzfedern versehen, als dies beim DB 11 der Fall ist. Das Resultat ist ein direkteres Umsetzen der Steuerbefehle und sowie ein agileres Einlenken des Vorderwagens. Die adaptiven Dämpfer reagieren dank der neuen Sensorik extrem schnell auf die Fahrbedingungen, was die Sportlichkeit weiter steigert.

Die Aerodynamik ist eine Weiterentwicklung des Konzepts des Aston Martin DB11 und ein Querschnitt durch das Lehrbuch der Windkanalwissenschaft: Front-Splitter, Kühlkanäle für die Bremsen, ein möglichst glatter Unterboden, Heckspoiler, die mit Luftleitkanälen für den Abtrieb versehen sind und ein Doppel-Diffusor, der einem in der Formel 1 verwendeten Prinzip folgt, erzeugen ein neutrales Fahrverhalten. Das Resultat ist auch ein großer Anpressdruck bei hohen Geschwindigkeiten, um genau zu sein, sind es bei der Höchstgeschwindigkeit 180 Kilogramm – der Top Wert für jeden Serien Aston Martin. Damit der Aston Martin DB11 auch akustisch einen angemessenen Auftritt hinlegt, haben die Auspuff-DJs die Sport-Abgasanlange komplett überarbeitet. Durch den stärkeren Strom der Gase entsteht im Zusammenspiel mit dem vorhandenen Volumen des V12-Motors ein standesgemäßer, voller Klang, der sich deutlich von dem des kleinen Bruders DB11 unterscheidet. Die Techniker haben sich vor allem auf den Drehzahlbereich zwischen 2.000 und 5.000 U/min konzentriert, da der GT meistens in diesem Bereich bewegt wird.

Wie es von einem modernen Sportwagen erwartet wird, bietet auch der Aston Martin DBS Superleggera eine ganze Reihe von Assistenzsystemen, die zwar das Gewicht nach oben treiben, aber dem Piloten beim sicheren Fahren unterstützen. Der 2+2-Sitzer hat eine 360 Grad Kamera, Parksensoren und einen Parkassistenten. Das Infotainment wird mit einem zentralen Display bedient und die Einbindung von Smartphones ist problemlos möglich. Bei der Gestaltung des Innenraums kann man zwischen verschiedenen Ledern und einem Alcantara-Bezug wählen. Wer einen der Aston Martin DBS Superleggera will, muss bis zum Herbst warten und mindestens 274.995 Euro hinlegen.