Man fragt sich, wohin man den 4,84 Meter langen BMW 8er im Kopf überhaupt abparken soll. Ist er nun ein Jäger der echten Sportwagen wie Porsche 911 und Co. oder doch eher einer der Mercedes S-Klasse Coupé / Cabrio und Bentley Continental GT das Leben schwer machen soll? Schon aufgrund von Dimensionen und Fahrzeuggewicht orientiert sich das neue Topmodell der Münchner eher an zweitgenanntem, ohne dabei jedoch die Sportlichkeit aus den Augen zu verlieren.

Die optischen Unterschiede zum erst jüngst vorgestellten 8er Coupé sind erwartungsgemäß gering, jedoch wirkt das Heck aufgrund der nicht sanft auslaufenden Heckscheibe noch breiter und bulliger. Das Stoffdach, wahlweise in schwarz oder Anthrazit mit Silbereffekt, lässt sich bis zu einer Geschwindigkeit von 50 km/h auf Knopfdruck elektrisch in 15 Sekunden öffnen. Serienmäßig bietet der edel Kraftprotz unter anderem Head-Up-Display, LED-Scheinwerfer, einen belederten Innenraum, adaptive Dämpfer, sowie elektrische Sportsitze und ein vernetztes Navigationssystem.

 

Verloren hat der neue 8er das zwei Generationen lang charakteristische Finndach mit der senkrecht stehenden Heckscheibe, die sich durchaus praktisch elektrisch öffnen und schließen ließ. Doch die Kunden wussten das Detail kaum zu schätzen und so läuft das stramme Stoffdach des BMW nunmehr inklusiv entsprechender Heckscheibe ohne Gimmick zur Kofferraumklappe aus. Diese ist ebenso wie beim Coupé endlich auch elektrisch bedienen, was den Ladekomfort deutlich erhöht und in der Klasse eines 100.000-Euro-Modells selbstverständlich sein sollte. Ähnliches wünscht man sich von einem Windschott, doch den muss der Fahrer des BMW 8er Cabriolets wenig zeitgemäß nach wie vor manuell nach oben klappen. In den meisten Fällen dürfte der elegante Bayer mit einer oder zwei Personen genutzt werden, denn das Platzangebot im Fond präsentiert sich vergleichsweise überschaubar. Auf kürzeren Strecken können jedoch auch in der zweiten Reihe Personen sitzen. Die Rücksitze lassen sich umklappen und das Ladevolumen von 350 Liter vergrößert sich somit in den Innenraum.

Die Technik des BMW 8er Cabriolets ist weitgehend mit dem des Coupés identisch. Der Marktstart im kommenden Frühjahr erfolgt in zwei standesgemäßen Motorisierungen als M 850i und 840d - beide mit serienmäßigem Allradantrieb und Achtgang-Getriebeautomatik. Während das Basismodell des 840d xDrive von einem doppelt ausgeladenen Reihensechszylinder-Diesel mit 235 kW / 320 PS angetrieben wird, leistet der Achtzylinder des M 850i xDrive stattliche 390 kW / 530 PS. Der Normverbrauch der Dieselvariante ist mit 5,9 Litern Diesel auf 100 Kilometern (155 g CO2/km) bei einer Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h und 0 auf Tempo 100 in 5,2 Sekunden nicht nur durch 680 Nm maximales Drehmoment eine echte Versuchung. Wer es noch kraftvoller möchte und nicht auf den Anfang 2020 folgenden BMW M8 - offen wie geschlossen - warten möchte, dürfte keine Probleme haben, sich in den M 850i xDrive zu vergucken. Dessen bulliges V8-Triebwerk mit doppelter Turboaufladung bietet mit 750 Nm noch mehr Drehmoment und einem imposanten Imagespurt auf Tempo 100 in 3,9 Sekunden. Der akzeptable Normverbrauch von 9,9 Litern Super (225 g CO2 / km) dürfte die meisten Kunden mehr freuen, als die abgeregelte Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h.

Während das BMW 840d Cabrio serienmäßig auf 19-Zöllern unterwegs ist, bietet der Achtzylinderbenziner obligatorisch 20-Zöller, Sportbremsanlage, Wankstabilisierung und eine Differenzialsperre. Optional sind für beide Versionen zahlreiche Fahrerassistenzsysteme, sowie Ausstattungsdetails wie Nackenheizung, klimatisierte Sitze, Laserlicht oder das Harman-Kardon-Soundsystem zu bekommen. Das BMW 840d xDrive Cabrio dürfte bei rund 110.000 Euro beginnen; die offene Achtzylinder des 850er sollte rund 25.000 Euro mehr kosten.