Nur mit elektrischem Gedankengut lässt sich kein Blumentopf gewinnen - und schon gar kein Geld verdienen. Seit Jahren hat BMW zu einer groß angelegten GKL-Initiative aufgerufen, das Luxussegment mit bayrischem Gedankengut zu fluten. Kernmodell ist dabei der aktuelle 7er BMW, der die einst übermächtige Mercedes S-Klasse auf einigen Märkten bereits in die zweite Reihe gedrückt hat. Doch mit dem 7er BMW allein, der im Gegensatz zur Konkurrenz nur mit zwei Radständen, und weder als Superluxusversion noch mit der in Wirtschaftskreisen so wichtige Panzerversion angeboten wird, kann man den strahlenden Stern aus Stuttgart nicht zu Fall bringen. In diesem Jahr kommen mit dem neuen BMW X7 und dem neuen 8er BMW als Nachfolger der 6er-Reihe zwei weitere wichtige Modelle, die die Bayern nennenswert weiter nach oben positionieren sollen.

Während die Kunden auf den neuen 8er BMW, der unverändert als Coupé, Gran Coupé und Cabriolet angeboten wird, noch mindestens bis zum Jahresende warten müssen, sind die Rennfahrer mit dem neuen Sportmodell des BMW M8 bereits unterwegs. Denn bei allen Luxusambitionen müht sich BMW nach Leibeskräften, das neue 8er Triumvirat so sportlich wie möglich werden zu lassen. Den ersten Auftritt gab es bereits beim Vorspiel zum 24-Stunden-Rennens am Nürburgring im Frühjahr vergangenen Jahres als Entwicklungsvorstand Klaus Fröhlich mit einem getarnten Prototypen einen Corso von M-Fans auf der Nordschleife anführte. Einen seriennahen Ausblick ohne Tarnfolien gab es im vergangenen Sommer dann bei den Luxusevents des Concorso d’Eleganza am Comer See / Italien sowie in Pebble Beach / Kalifornien zu bestaunen.

Parallel zu den Entwicklungen der Serienmodelle läuft der Einsatz in den verschiedenen internationalen Rennserien und so hatte der BMW M8 GTLM am Wochenende seine Premiere bei den 24 Stunden von Daytona. Der erste Auftritt war von überschaubarem Erfolg gekrönt, denn mit den Plätzen sieben und neun in der GTLM-Klasse konnte sich die neu entwickelte Rennversion in dem floridianischen Hochgeschwindigkeitsoval kaum nennenswert in Szene setzen. "Unser BMW M8 GTE hat seine Feuertaufe hier in Daytona bestanden", unterstreicht BMW Motorsport Direktor Jens Marquardt, "bei einem derart anspruchsvollen Premierenrennen mit beiden Fahrzeugen über 24 Stunden ohne große technische Probleme durchzufahren, darauf können wir mehr als stolz sein." Saisonhöhepunkt werden die 24 Stunden von Le Mans im Juni sein.

Start in 2018

Wichtiger ist für BMW besonders in Sachen Image jedoch der neue Serien-8er. Er soll endlich die Luxuscoupés von Mercedes, Maserati und Aston Martin ernsthaft angreifen und dabei sportlicher und emotionaler sein, als die bisherige Sechser-Reihe, die allein in den Gran Turismo mündet. Was der Rennwagen klar zeigt: Front und Heck des kommenden 8ers sind dabei deutlich flacher als bisher und die hinteren Radläufe deutlicher herausgearbeitet. Im Innenraum orientiert sich der neue BMW 8er weitgehend an einer luxuriösen Melange aus 5er und 7er, mit denen er technisch eng verwandt ist. Im Vergleich zum bis zu zwei Tonnen schweren 6er Coupé dürfte der neue 8er um mehr als 100 Kilogramm abgespeckt und deutlich Vorteile bei der Aerodynamik haben. Gesetzt sind modernste Turbotriebwerke mit sechs und acht Zylindern. Wie schon bei den aktuellen Modellen wird es ebenfalls leistungsstarke Dieselmotoren und eine Sportversion mit Namen M8 geben. Die stärkeren Versionen dürften ähnlich wie bei 5er und 7er über alle vier Räder angetrieben werden. Das sollte auch für den bis zu 650 PS starken BMW M8 gelten, der sowohl als Coupé, Cabrio und viertüriges GranCoupé zu den Kunden kommt. Schließlich stieg der neue BMW M5 jüngst zum Allradler mit Driftambitionen auf. "Die Erprobungsfahrten unter härtesten Bedingungen zeigen, dass wir mit dem Fahrzeugkonzept für das neue BMW 8er Coupé genau richtig liegen. Die bereits jetzt erzielten Fahrdynamik-Werte sind absolut beeindruckend. Unsere Kunden und Fans können sich auf einen echten Sportwagen freuen", sagt BMW-Entwicklungsvorstand Klaus Fröhlich.

Anders als Mercedes, Ferrari oder Aston Martin und im Gegensatz zum BMW M 760Li wird der neue Achter BMW ebenso wie der Nobel-SUV X7 nicht mit einem imageträchtigen V12-Triebwerk angeboten. Das hätte insbesondere auf Märkten wie in Russland, den USA oder den Vereinigten Arabischen Emiraten geholfen, um die neue 8er-Reihe oder eben den X7 auf ein neues BMW-Niveau zu heben. Technikfans dürfen sich über Leichtbaumaßnahmen, Achtgang-Automatik, Vierradlenkung, Allradantrieb und ein Komplettpaket an Fahrerassistenzsystemen freuen. Das Leistungsspektrum der Sechs- und Achtzylinder dürfte zwischen 350 und 650 PS liegen.