| von Stefan Grundhoff

Andere Autohersteller nennen die Produktaufwertung zur Mitte des Fertigungszyklus schlicht Modellpflege. Doch das ist einer sportlichen Nobelmarke wie Lamborghini zu einfallslos und so trägt die nachgeschärfte Auflage des Huracan bereits seit 2019 die Bezeichnung Evo. Und der sanft evolutionierte Lamborghini Huracan ist ab sofort auch in der Kombination aus Roadster und dem besonders fahraktiven Hinterradantrieb nebst hoch drehendem V10-Sauger zu bekommen. Mehr Fahrspaß geht kaum.

Dabei ist es allemal sinnvoll, einen Kraftprotz mit 449 kW / 610 PS und einem mächtigen Drehmoment von 560 Nm seine opulente Leistung über alle vier Räder auf die Fahrbahn übertragen zu lassen. Und der Allradler hat nochmals 30 PS mehr unter der Karbonhaube im Heck. Doch der ein oder andere Purist wünscht sich einen wahren Flammenwerfer wie den Huracan-Lambo am liebsten mit Handschaltung und Hinterradantrieb. Zumindest das zweite Detail bietet Lamborghini nunmehr auch bei der offenen Variante an und ergänzt so die Versionen mit dem serienmäßigen Allradantrieb. Die Fahrleistungen bleiben mit 0 auf Tempo 100 in 3,5 Sekunden und einer Höchstgeschwindigkeit von 324 km/h so beeindruckend wie bei den Brüdern.

Besonders scharf präsentiert sich der Norditaliener, wenn er vollelektrisch seine Kappe abgelegt hat und nicht nur die Sonne in den Innenraum strahlt, sondern auch der Fahrtwind den maximal zwei Insassen die Sinne raubt. Bis zu einer Geschwindigkeit von 50 km/h lässt sich das Stoffdach auf Knopfdruck in etwas trägen 17 Sekunden öffnen oder schließen. Dann tönt der gewaltige Klang des V10-Saugmotors noch gewaltiger als ohnehin schon. "Der Huracan Evo RWD Spyder steht für doppelten, unverfälschten Fahrspaß und ein Freilufterlebnis der Extraklasse. Der Fahrer spürt die traditionelle Ingenieurskunst von Lamborghini in jedem einzelnen Detail", so Lamborghini-CEO Stefano Domenicali, "die Abstimmung des Hinterradantriebs sorgt für unmittelbares Feedback und bindet den Fahrer aktiv in das Geschehen ein, während elektronische Eingriffe auf ein Minimum reduziert werden. Gleichzeitig genießt er das besondere Gefühl der Freiheit und Lebendigkeit, das nur ein Cabrio bieten kann."

Start bei 210.000 Euro

Eine speziell abgestimmte Traktionskontrolle sorgt dafür, dass der noch so geschwindigkeitssüchtige Pilot auch im Grenzbereich auf der Fahrbahn bleibt. Auf dem Lenkrad kann der Fahrer die einzelnen Fahrmodi des Huracan Evo RWD Spyder auswählen und somit auch auf die Traktionskontrolle einwirken. Im Strada-Modus sorgt eine Verringerung des Schlupfs an den Hinterrädern und eine direktere Ansteuerung des Drehmoments auf Fahrbahnen mit geringem Grip für die nötige Stabilität. Im Sportmodus geht es auf Wunsch sogar in den heißen Drift, während "Corsa" die perfekte Wahl für die Rennstrecke und maximale Performance ist.

Wie beim Coupé sitzt die aus Aluminium und Thermoplasten gefertigte Karosserie des Huracan Evo RWD Spyder auf einem Chassis aus Aluminium und Karbonfaser mit einem Trockengewicht von knapp über 1,5 Tonnen. Die Gewichtsverteilung liegt durch den V10-Mittelmotor bei 40:60 (Vorder-/Hinterachse), wobei eine Doppelquerlenkeraufhängung und passive Stoßdämpfer für ein verbesserte Rückmeldung von der Fahrbahn sorgen sollen. Wahlweise ist der Hecktriebler mit 19- oder 20-Zoll-Rädern, sowie Stahl- oder Karbon-Keramik-Bremsen zu bekommen. Marktstart für den mindestens 209.247 Euro teuren Lamborghini Huracan Evo ist im Sommer.

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