| von Stefan Grundhoff

Der spanische Mittelklasse-Crossover wird von der Allzweckwaffe im Volkswagen-Konzern und somit dem zwei Liter großen Vierzylinder-Turbo angetrieben, der im Serienmodell stattliche 228 kW / 310 PS leistet und mit einem maximalen Drehmoment von 400 Nm die meisten sportlichen Ambitionen befriedigen dürfte. Nach der kleinen Kraftkur im Hause Abt gibt es einen Leistungsnachschlag, der beinahe auf dem Niveau des kommenden Formentor VZ5 liegt. Der Abt Cupra Formentor bringt es auf 272 kW / 370 PS und ein maximales Drehmoment von 450 Nm. Die Kraftkur passt zu dem Spanier mit deutschen Wurzeln und nicht nur Zwischenspurts gehen noch etwas flotter, als man es kennt, vonstatten. Durch das geänderte Steuergerät und den Leistungszuwachs von 44 kW / 60 PS / 50 Nm spurtet der Allradler aus dem Stand statt der bisherigen 4,9 nunmehr in 4,6 Sekunden auf Tempo 100. Die Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h. Geschaltet wird mit dem bekannten siebenstufigen Doppelkupplungsgetriebe.

Als ob der Cupra Formentor je nach angewähltem Fahrprogramm akustisch nicht schon genug auf den Putz hauen würde, gibt es auch Wunsch aus dem Hause Abt auch hier noch einen Nachschlag für Augen und Ohren. Die hauseigene Abgasanlage mit vier jeweils 10,2 Zentimeter großen Endrohren ersetzt das bereits im Serienzustand sehens- und hörenswerte Paket. Geschmackssache bleibt es, ob man das sportliche abgestimmte Serienfahrwerk des Cupra mit elektrisch einstellbaren Dämpfern nochmals nachschärfen will. Abt drückt den 1,7 Tonnen schweren Spanier wenn gewünscht bis zu 3,5 Zentimeter tiefer auf die Straße. Sieht gut aus und macht sich bei schnellen Kurvenfahrten in Verbindung mit den schmucken 20-Zöllern angenehm bemerkbar; drückt das Komfortniveau jedoch für die Insassen spürbar herunter. Durch seinen variablen Allradantrieb bringt der Spanier seine Leistung nach der Allgäuer Kraftkur souverän und überaus ambitioniert auf die Straße.

Der Innenraum des Cupra Formentor ist schick und auch dieser lässt sich auf Wunsch des Kunden im Hause Abt noch einmal nachschärfen. Doch bei den meisten Kunden dürfte der sportliche Look mit animierten Instrumenten und großem Bildschirm bereits gut ankommen. Über das Sportlenkrad, das man bestens von RS-Modellen von Audi kennt, kann man nicht nur über einen Taster rechts den Motor zum Leben erwecken, sondern über einen Knopf links unten auch die einzelnen Fahrmodi variieren.

Warten auf den VZ5

Neben dem ohnehin schon ambitionierten Sportmodus, der die Sinne des Fahrzeugs in erster Stufe nachschärft, gibt es noch den Cupramodus, der über ein kleines Symbol im Cockpit angezeigt wird. Im Sport- und noch mehr im Cupramodus macht der Familiencrossover aus seinen sportlichen Ambitionen keinerlei Hehl, hängt bissig am Gas und brüllt seine Leistung ungehemmt heraus. In den zahmen Modi fährt sich der Formentor schlicht besser. Der Normverbrauch des Spaniers: 8,5 Liter Super auf 100 Kilometern.

Sehr angenehm sitzen lässt es sich auf den Sportsitzen mit etwas zu kurzer Oberschenkelauflage und vorbildlichem Seitenhalt. Das Platzangebot des 4,45 Meter langen Cupra Formentor ist vorne in Ordnung und hinten allemal ausreichend für Jugendliche und mittelgroße Erwachsene. Für längere Strecken mit der Familie ist der Cupra Formentor jedoch mit oder ohne Abt-Leistungsnachschlag etwas. Dafür fehlt es insbesondere an Bein- und Knieraum. Der Laderaum schränkt einen mit 420 Litern ohnehin ein, wenn man die Rückbank nicht umlegen kann. Der Basispreis von 43.953 Euro drückt sich nach Premiumvorbild mit schicken Details wie beheizten Ledersitzen (1.506 Euro), der teuren Brembo-Bremse (2.261 Euro), sowie weiteren Airbags oder Soundsystem an die 50.000-Euro-Marke. Der 370-PS-Leistungskit von Abt kostet weitere 2.370 Euro, wobei Einbau und TÜV-Abnahme nochmals mit 271 Euro dazukommen. Eine entsprechende Anschlussgarantie des Kemptener Veredlers kostet pro Jahr 300 Euro extra.

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