Die auslaufende Version des Lexus ES wurde bisher nur in Asien und den USA angeboten, während der größere Lexus GS in Europa gegen die übermächtige Konkurrenz von BMW, Audi, Jaguar und Mercedes auf verlorenem Posten stand. Der Marktstart des neuen Lexus ES, der den GS im Modellprogramm ablösen wird, dürfte den europäischen Premiumherstellern allerdings kein Kopfzerbrechen bereiten. Das liegt weniger als seinem durchaus gefälligen Design, sondern an einem Antriebskonzept, das keine Volumenchancen haben dürfte. Der Lexus ES 300h wird allein von einem 2,5 Litern großen Vierzylinder-Saugmotor angetrieben, der von einem Elektromodul unterstützt wird. Die Systemleistung des Wettbewerbers von Audi A6, Mercedes E-Klasse, Jaguar XF oder BMW 5er liegt bei 160 kW / 218 PS. Weitere Motorvarianten sind selbst für die sportlicher positionierte F-Sportversion ebenso nicht im Angebot wie ein Dieseltriebwerk. Der Wagen wird eher klassenuntypisch über die Vorderachse angetrieben, ist mit betagter Nickelmetall-Hybrid-Akkutechnik unterwegs und lässt sich nicht wie die konkurrierenden Plug-In-Hybriden an der Steckdose aufladen. Der Normverbrauch: sparsame 4,7 Liter.

Die neue Generation des Lexus ES wechselt auf Toyotas TNGA-K Plattform und wird sowohl in den USA als auch in Japan mit einer Stückzahl von knapp 150.000 Fahrzeugen produziert. Damit liegt die Zahl bei nicht einmal der Hälfte von Modellen wie dem Klassenprimus BMW 5er und weiter hinter Modellen wie Mercedes E-Klasse oder Audi A6, die jeweils ebenfalls in China einen Großteil der Zulassungen generieren. Im vergangenen Jahr verkaufte Lexus von seinem ES in China 58.000 Fahrzeuge, was einem Anteil von 44 Prozent aller weltweiten Modelle entspricht. Auf Platz zwei der Einzelmärkte liegen die USA mit 39 Prozent.

Der neue Lexus ES wuchs gegenüber dem 4,91 Meter langen Vorgänger um über sechs Zentimeter in der Länge und 45 Millimeter in der Breite, während die Dachlinie fünf Millimeter schrumpfte. Durch den fünf Zentimeter längeren Radstand reduzierten sich die Karosserieüberhänge und bringen die verbreiterte Spur besser zur Geltung. "Der ES galt schon immer als elegante Luxuslimousine", so Yasuo Kajino, Chef-Designer des ES, "für die neue Generation haben wir mutige Designelemente hinzugefügt, die neue Akzente setzen und den Horizont unserer Kunden erweitern." Für den nötigen Komfort des Oberklassemodells soll nicht nur eine deutlich verbesserte Geräuschdämmung, sondern auch ein adaptives Dämpfersystem sorgen.

Das Platzangebot ist im Vergleich zum Vorgängermodell nicht zuletzt Dank des längeren Radstandes deutlich gewachsen, wovon insbesondere der Fond mit seiner tieferen Sitzposition profitiert. Das Cockpit wird dominiert von einem modernen Instrumentencluster mit zentraler Digitalrunduhr sowie einem großen Multifunktionsdisplay in der Mitte der Tafel. Wichtige Informationen werden zudem über ein Head-Up-Display auf die Frontscheibe projiziert. Zur Sicherheitsausstattung gehören neben LED-Scheinwerfern und Notbremshilfe mit Fußgängererkennung ein Komplettpaket an Fahrerassistenzsystemen.