| von Stefan Grundhoff

Zum Jahreswechsel kommt der Nachfolger. Und der ist im Gegensatz zum ersten Opel Mokka, der im Laufe seiner Produktionszeit den Zusatz Mokka X bekam, kein GM-Geschöpf mehr, sondern auf einer PSA-Plattform unterwegs. Das kostet ihn den von vielen geschätzten Allradantrieb, denn aus Kostengründen verzichtet PSA bei seinen Modellen nach wie vor auf einen echten Allradantrieb und bietet ausschließlich bei Plug-in-Hybriden und später den Elektroautos auf Wunsch eine elektrische Hinterachse an. Im Normalfall wird der Opel Corsa ebenso wie der Grandland X oder der kommende Mokka daher nur über die Vorderachse angetrieben. Die Technik des Opel Mokka, der aktuell in die finale Phase seiner Erprobungen eintaucht, stammt dabei vom DS3 Crossback, der seit vergangenem Jahr als Verbrenner und mit Elektroantrieb angeboten wird. "Wir bei Opel freuen uns alle riesig darauf, den neuen Mokka in Kundenhand auf der Straße zu sehen. Die Testfahrten laufen wie am Schnürchen, auch da unser Neuer mit seinem niedrigen Gewicht und seinen kompakten Außenmaßen sehr gut abzustimmen ist. Handling und Komfort sind super. Mokka-Fahren ist die pure Freude. So macht die Entwicklungsarbeit Spaß", sagt Opel-Ingenieur Karsten Bohle.

Was das Design angeht, wird es weder innen noch außen Anlehnungen an den DS3 Crossback geben, denn der Opel Mokka setzt die Designlinie des neuen Corsa konsequent und somit deutlich technischer und gradliniger als beim französischen DS3 Crossback fort. Einige optische Details werden von der elektrischen Studie des GT X Experimental stammen. Bei der Technik sind Opel Mokka und DS3 Crossback sehr ähnlich unterwegs und basieren beide auf der Multi-Energy-Plattform CMP (Common Modular Platform) des PSA Konzerns. Die 1,5 Tonnen schwere Elektroversion des Opel Mokka wird von einem 100 kW / 136 PS starken Elektromotor mit 260 Nm maximalem Drehmoment angetrieben, dessen 50-kWh-Akku eine Reichweite von über 300 Kilometern garantieren soll. Im Unterschied zum elektrischen DS3 Crossback dürfte die Höchstgeschwindigkeit des Opel Mokka jedoch kaum bei 150 km/h abgeriegelt sein, denn dann wird es auf deutschen Autobahnen und auch bei den Kunden schwierig. An einer 11-kW-Wallbox lässt sich der deutsche Franzose in fünf Stunden wieder aufladen und an einer 100-kW-Ladestation erstarkt das Lithium-Ionen-Akkupaket in einer halben Stunde auf 80 Prozent.

Neben der Elektroversion wird der Opel Mokka auch als rund 1,2 Tonnen schwerer Benziner oder Diesel mit jeweils 100 und 130 PS sowie ein knapp 160 PS starker Topbenziner angeboten, die im Vergleich zum Vorgänger rund 120 Kilogramm abgespeckt haben. Leider entfällt damit auch der sinnvolle Allradantrieb. Während die Benziner aufgeladene 1,2-Liter-Dreizylinder haben, dürfte der 1,5 Liter große Commonrail-Diesel in beiden Motorvarianten besonders sparsam sein. Die Topversion bietet ebenso wie im Corsa eine Achtgang-Automatik. Zur optionalen Ausstattung werden Matrix-LED-Scheinwerfer, Navigationssystem, Autobahn- und Parkassistent, elektrische Sitze sowie ein schlüsselloser Zugang per Smartphone gehören, mit dem der Besitzer die Fahrberechtigung per App auch für Dritte freigeben kann. Der Basispreis dürfte bei rund 22.000 Euro starten.