| von Stefan Grundhoff

Extravagant waren Subaru und gerade das Topmodell Outback schon immer. Und eine echte Alternative, wenn man nicht auf Gedeih und Verderb in einen namenlosen SUV von der Stange steigen wollte. Denn ungewöhnliches Design gepaart mit einem höchst patenten Allradantrieb, jeder Menge Platz für die ganze Familie und Langstreckenqualitäten bot der Japaner schon immer. Doch die Zeiten, in denen man mit mehreren Motorvarianten gegen die Premiumkonkurrenz aus Europa fuhr, sind lange vorbei, denn hier wurde schmerzhaft der Rotstift angesetzt. Denn in Europa ist der Outback mittlerweile nur noch mit einem einzigen Antrieb zu bekommen und der rangiert am untersten Ende der Segmentpalette. Der 2,5 Liter große Boxermotor leistet schmale 124 kW / 169 PS und ein überschaubares Drehmoment von 252 Nm bei 3.800 Touren, die über ein stufenloses CVT-Automatikgetriebe an beide Achsen übertragen werden.

In den USA sieht die Sache anders aus. Zwar gibt es auch hier nicht mehr als einen drei Liter großen Sechszylinder-Boxer mit 245 PS oder gar das 3,6 Liter große Topmodell mit 169 kW / 260 PS, aber immerhin eine Turboversion mit deutlich mehr Tatendrang und der Leistung, wie sie ein Allradkombi der oberen Mittelklasse an sich bedarf. Der amerikanische Subaru Outback 2.4 Turbo leistet eben jene 169 kW / 260 PS, über die einst auch der europäische Outback verfügte und glänzt zudem mit einem maximalen Drehmoment von 376 Nm, die stetig zwischen 2.000 und 4.800 Touren anliegen. So viel Dynamik stünde auch dem europäischen Modell sehr gut, um gegen die Allroad-Versionen von Audi A4 / A6 oder die Allterrain-Modelle der Mercedes C- / E-Klasse anzukämpfen.

Mit dem 2,5 Liter großen Saugmotor muss man erst gar nicht erst versuchen und nimmt wohlwollend den gewohnt ruhigen Lauf des Vierzylinderboxers und die gute Abstimmung mit der allerdings stufenlosen Getriebeautomatik zur Kenntnis, die dem Allradkombi trotz ihr implantierten acht Schaltstufen einiges seiner Dynamik raubt. Die Fahrleistungen sind solide, aber für einen 4,87 Meter langen Familienkombi nicht mehr als das. Aus dem Stand geht es in 10,2 Sekunden auf Tempo 100 und die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 193 km/h. Nicht berauschend, aber man täte dem 1,7 Tonnen schweren Allradkombi unrecht, ihn zu einer lahmen Ente abzustempeln, denn wer Gas gibt und in die manuelle Schaltgasse wechselt, kann durchaus flott unterwegs sein, wenn man sich nicht am dann leicht angestrengten Klang des Vierzylinder-Saugers stört. Der Normverbrauch: 7,4 Liter Super auf 100 Kilometern, wobei der neue Plastiktank drei Liter mehr Volumen spendiert.

Sehr gute Serienausstattung

Wie gut wäre der Japaner nur mit mehr Dampf unterwegs, wenn die Unterschiede im Vergleich zum Vorgänger sind beträchtlich. Die neue Plattform, andere Achsen und ein geändertes Gesamtpaket tun dem Fünftürer gut, wenngleich sich die 21,5 Zentimeter Bodenfreiheit bei flotter Kurvenfahrt allemal bemerkbar machen, indem der Outback im Grenzbereich spürbar aber überaus gutmütig untersteuert. Zudem könnte die leichtgängige Servounterstützung etwas mehr Rückmeldung von der Fahrbahnoberfläche geben. Doch die Abstimmung von Federn und Dämpfern sowie das Geräuschniveau auf schlechter Fahrbahn sind deutlich besser als bisher. Die einstellbaren Fahrprogramme unterscheiden sich jedoch kaum spürbar.

Der Sprung nach vorn gilt auch für den Innenraum. Das Platzangebot ist mit seinem Radstand von 2,75 Metern klasse, die Sitze sind gut und wäre das Lenkrad mit seinen 18 Bedientasten nicht aus dem vergangenen Jahrzehnt, wäre man auf dem Niveau der deutschen Premiumliga. Hier hat man nicht nur einem Detail aufgeschlossen: die elektrische Heckklappe öffnet und schließt in kaum mehr als vier Sekunden - vorher dauerte das fast doppelt so lang. Nach kurzer Eingewöhnungszeit flutscht der Finger nur so durch die Bedienebenen des neuen 11,6-Zoll-Bildschirms, der die analogen Runduhren hinter dem griffigen Steuer recht alt aussehen lässt. Der Laderaum fasst 561 bis 1.822 Liter.

Kaum Variationen bei der Ausstattung

Subaru macht es seinen Kunden leicht und da, wo es beim Antriebsportfolio hapert, gibt es auch wenig Variationsmöglichkeiten bei der Ausstattung. Dabei ist der Subaru Outback in allen seinen Versionen gut bis sehr gut ausgestattet. Das 40.890 Euro teure Basismodell Trend bietet neben dem neuen 11,6 Zoll großen Bediendisplay in der Mitte der Armaturentafel unter anderem elektrische Sitze, beheizte Sitzgelegenheiten vorne wie hinten sowie ein erwärmendes Lenkrad und LED-Scheinwerfer. Die meisten Kunden dürften sich für die Topversion des Outback Platinum entscheiden, der mindestens 45.990 Euro kostet und Details wie Soundsystem, Ledersitze, sowie Glasschiebedach und verschiedene Fahrerassistenzsysteme offeriert.

Optisch etwas rustikaler wirkt der Subaru Outback Exclusive Cross, der nicht nur einige optische Offroad-Dreingaben bietet, sondern auch eine schwarz-grüne Dachreling, die im Stand eine Last von bis zu 318 Kilogramm aushält - ideal für den Einsatz eines Dachzeltes. Und mit dem Allradantrieb des Subaru Outback sollte man auch auf unbefestigtem Geläuf an die meisten kleinen Seen oder eine Lichtung im Wald kommen können. Ebenfalls etwas rustikaler präsentieren sich im Innern die strapazierfähigen Kunstledersitze, die guten Seitenhalt bieten. Jetzt fehlt uns nur noch ein kräftigerer Turbomotor und mittelfristig auch ein Plug-in-Hybridantrieb.

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