Der US-Markt bleibt dem Amarok nach wie vor verschlossen. Doch zumindest dessen Trends sollen dem Pick-up zugutekommen. Gerade die Bestseller aus dem Full-Size-Segment wie Ford F-150, Chevrolet Silverado oder Ram 1500 sind längst nicht nur als Nutztiere erfolgreich, sondern als Edelversionen eine echte Alternative für viele SUV-Käufer. Das könnte eine Klasse darunter auch in Europa kommen.

Daher hat Volkswagen-Nutzfahrzeuge seinem Amarok nicht nur einen starken Dreiliter-V6-Diesel implantiert, sondern ihn auch im Innern spürbar aufgewertet. Wer will, ist ab sofort komfortabler denn je mit elektrischen Ledersitzen, Xenon-Scheinwerfern oder vernetzter Bildschirmnavigation in dem 5,25 Meter langen Amarok unterwegs. Dazu gibt es auf Wunsch 20-Zöller, Einparkhilfe inklusive Rückfahrkamera oder weiches Nappaleder im Innenraum. Das ändert jedoch nichts an der gigantischen Praktikabilität. So lässt sich eine Euro-Palette auf der 2,52 Quadratmeter großen Ladefläche ebenso problemlos transportieren, wie Anhänger bis zu einem Gewicht von 3,5 Tonnen aus dem Matsch ziehen. Der Innenraum präsentiert sich zwar noch nicht auf dem Niveau edler SUV, ist aber deutlich wohnlicher als bisher. Auf der Rückbank finden bis zu drei Personen Platz, wobei die äußeren Sitzplätze jeweils über Isofix-Vorrichtungen zur Aufnahme entsprechender Kindersitze verfügen. Zur Vergrößerung des Stauvolumens in der Kabine lassen sich die Sitzflächen im Verhältnis 1/3 zu 2/3 geteilt umlegen und die Lehne ist klappbar. Bei der Zuladung gefallen die geringe Höhe der Ladekante von 78 Zentimetern, Stromanschlüsse, Verzurrösen oder die manuelle Schiebejalousie.

Die schwächeren Vierzylinder-Diesel werden zukünftig in Europa nicht mehr angeboten. Hier haben die Kunden ab September die Wahl zwischen einem 3.0-TDI-V6 in den drei Leistungsstufen 163, 204 oder 224 PS bzw. 450, 500 und 550 Nm. Getreu dem Motto "wenn schon, denn schon" ist der große Diesel mit 224 PS die größte Versuchung, denn im Alltagseinsatz auf Baustelle oder Autobahn gibt es in dieser Fahrzeugklasse gute Gründe, für kraftvollen Durchzug. Aus niedrigen Drehzahlen beschleunigt der über zwei Tonnen schwere Allradler nicht nur souverän, sondern geradezu bullig und kann Dank 193 km/h Höchstgeschwindigkeit endlich auch auf der Autobahn mithalten. Trotz der Windgeräusche lassen sich der ganzen Familie nunmehr auch Langstrecken zumuten, die in Sachen Komfort jedoch keine weiche Sänfte erwarten sollten. Der VW Amarok ist und bleibt ein Lastesel - mit nunmehr weich gespülten Komfortzugaben. Im Gelände ist die Version mit permanentem Allradantrieb ein Volltreffer. Problemlos klettert der Koloss durch Geröll, Sand und Wasserfurten. Steile Anstiege werden von seinen Insassen ebenso belächelt wie wilde Schräglagen oder halsbrecherische Abfahrten, die man zu Fuß ohne Ausrutscher kaum bewältigen könnte. Allemal praktisch: Offroadprogramm und Differenzialsperre.

Der Unterschied im Vergleich zu den bisherigen Vierzylinder-Dieselversionen ist mächtig. Der V6-Diesel hört sich nicht nur besser an, er bietet einen deutlichen imposanteren Durchzug aus allen Drehzahlbereichen. Das Topmodell ist obligatorisch an eine Achtgang-Automatik und einen permanenten Allradantrieb gekoppelt. Für die schwächeren Versionen gibt es den wenig standesgemäßen Hinterradantrieb mit Sechsgang-Handschaltung sowie Varianten mit per Klauenkupplung zuschaltbarem Allradantrieb. Durch das kraftvolle V6-Triebwerk mit seinem Normverbrauch von 7,6 Litern Diesel und den aufgewerteten Innenraum wird der VW Amarok 3.0 TDI 4motion in erster Linie für die Privatkunden interessanter, denen es zunehmend schwerer fällt, im unüberschaubaren Feld der SUV aufzufallen. Da ist der VW Amarok als Pick Up ebenso wie seine Konkurrenten Ford Ranger oder Mitsubishi L200 ein echter Hingucker, der ab sofort eben ein neues Ausstattungsniveau liefert.

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