| von Stefan Grundhoff

Kombis sind irgendwie out und irgendwie dann doch wieder nicht. Viele Kombifans steigen mittlerweile auf die allgegenwärtigen SUV um und frohlocken ob Allradantrieb, Styling und hoher Sitzposition. Volvo weiß ein Lied davon zu singen, denn das hauseigene Portfolio der schicken XC-Modelle verkauft sich bestens. Besonders die XC 60 und der kleine Bruder XC 40 stehen bei den Kunden besonders hoch im Kurs. Doch nicht alle wollen den normalen Kombis den Rücken kehren und manche können sich einfach nicht entscheiden. Für alle diejenigen bietet der Volvo V60 Cross Country eine ideale Lösung. Der schicke Schwede sieht gut aus; mit der Schutzleisten rundherum etwas markanter als der bekannte V60 und wie es sein soll, sind die Offroadgefühle nicht nur gespielt.

Wer sich beispielsweise für das 4,78 Meter lange Volumenmodell des V60 Cross County D4 mit seinem 140 kW / 190 PS starken Zweiliter-Diesels entscheidet, der bekommt kraftvollen Durchzug, eine dezent im Hintergrund arbeitende Achtgangautomatik und einen variablen Allradantrieb, der nicht nur bei der Fahrt auf Schnee und Eis nennenswerte Vorteile bietet. Der Vierzylinder-Diesel könnte im Stand leiser sein und bei hohen Tempi mehr Durchzug bieten, doch im Kern ist die D4-Variante eine ideale Besetzung. 210 km/h Höchstgeschwindigkeit und 0 auf Tempo 100 in 8,2 Sekunden sind keine sportlichen, aber allemal solide Werte für einen Basisdiesel. Die 400 Nm Drehmoment ab 1.950 U/min sorgen aus nahezu jedem Drehzahlbereich für einen kraftvollen Durchzug, denn schließlich ist der Volvo V60 Cross Country mit über 1,9 Tonnen alles andere als ein Leichtgewicht. Da dürfte es gerne noch etwas mehr Leistung sein, wenn man wirklich schnell unterwegs sein will. Weitere Motorvarianten sind angesichts des vollen V-60-Portfolios durchaus wahrscheinlich. Schwach motorisiert ist die zunächst einzige Motorvariante des Cross Country ohnehin nicht und die meisten Kunden dürften sich genau für den D4 entscheiden. Dabei glänzt der Schwede mit einem sparsamen Dieseltriebwerk und einer realen Gesamtreichweite, die dank des 60-Liter-Tanks deutlich über 800 Kilometer beträgt. Wer tankt schon gerne und so kommt kein Wunsch nach einer Benzinvarianten auf, die Volvo beim normalen V60 bietet. Der Normverbrauch liegt bei 5,9 Litern Diesel auf 100 Kilometern.

Im Fahrbetrieb ist der Unterschied zu einem Volvo V60 kaum zu spüren. Das Fahrwerk des CC ist mit seiner leicht verbreiterten Spur etwas komfortabler abgestimmt und die Bodenfreiheit wurde um 60 mm auf insgesamt 210 mm erhöht. Die Achskonstruktion selbst ist mit Doppelquerlenker-Aufhängung vorne und Integralachse hinten zum Standardkombi unverändert. Kein Muss, aber angenehm: die elektrische Dämpferabstimmung, die jedoch 900 Euro extra kostet. Das elektronisch gesteuerte Allradsystem verteilt die Motorleistung serienmäßig über eine elektronisch gesteuerte Lamellenkupplung je nach Fahrsituation variabel auf die beiden Antriebsachsen.

Schnell über 60.000 Euro

Das Platzangebot im Innern und die entsprechende Ausstattung ist mit der des Volvo V60 identisch. Die belederten Stühle sind bequem und bieten guten Langstreckenkomfort, wobei sich insbesondere der guten Seitenhalt und die elektrisch ausfahrbare Oberschenkelauflage positiv bemerkbar machen. Im Fond wird es nur für sehr groß gewachsene Personen zu eng und der Laderaum von 529 Litern dürfte für die meisten Ausflüge, Einkäufe und Freizeitgestaltungen ebenfalls ausreichen. Wenn nicht - durch Umklappen der Rücksitze wächst der Laderaum auf bis zu 1.441 Liter und wer auch noch hier maulen sollte: es gibt ja noch den größeren Bruder Volvo V90 - auch als Cross Country.

Ebenso stimmig wie angenehm: Volvo bietet seinen V60 Cross Country D4 zunächst nur in der höchsten Ausstattungsvariante an. Die offeriert unter anderem elektrische Ledersitze, Soundsystem, digitale Instrumente oder Klimaautomatik und 19-Zoll-Radsatz. Trotzdem lässt sich das gute Basispaket mit verschiedensten Sonderwünschen noch deutlich nach oben schrauben. Aus 52.350 Euro werden mit klassenüblichen Selbstverständlichkeiten wie Navigationssystem, LED-Scheinwerfern, elektrischer Heckklappe, Rückfahrkamera, Head-Up-Display oder die verschiedenen Assistenzsysteme leicht deutlich mehr als 60.000 Euro.