Montage bei Audi in Mexiko.

Audi México produziert bereits seit 2018 als weltweit erster Produktionsstandort Automobile vollständig abwasserfrei. Bild: Audi

| von Götz Fuchslocher

Audi will den eigenen Frischwasserverbrauch massiv reduzieren und bis 2035 den Wasserverbrauch pro produziertem Auto halbieren. "Dafür nutzen wir bereits heute nach Möglichkeit recyceltes Wasser, das im Kreislauf mehrfach verwendet und wiederaufbereitet wurde. Unsere Vision sind geschlossene Wasserkreisläufe an all unseren Produktionsstandorten“, sagt Peter Kössler, Vorstand Produktion und Logistik. Der OEM setzt dazu auf effiziente Prozesse, geschlossene Wasserkreisläufe und die verstärkte Nutzung von Regenwasser. Langfristig will Audi geschlossene Wasserkreisläufe an allen Produktionsstandorten umsetzen.

Wie das Unternehmen mitteilt, haben weltweit rund 2,2 Milliarden Menschen keinen regelmäßigen Zugang zu sauberem Wasser. Die Vereinten Nationen schätzen, dass der Bedarf an Trinkwasser bis zum Jahr 2050 um 55 Prozent ansteigen könnte. Auch in der Automobilproduktion sei der Einsatz von Wasser unverzichtbar, beispielsweise in der Lackiererei oder bei Dichtigkeitsprüfungen, heißt es beim Automobilhersteller. Um Maßnahmen zur Wasserschonung gezielt zu priorisieren, nutze Audi einen standortbezogenen Wasserkennwert, der die Wasserentnahme an den Standorten ins Verhältnis zur regionalen Verfügbarkeit setze. Die Berücksichtigung der regionalen Verhältnisse ermögliche es, Maßnahmen gezielt dort umzusetzen, wo Wasser besonders kostbar sei. Auf diese Weise soll der ökologisch gewichtete Wasserverbrauch in der Produktion Audi zufolge bis 2035 von heute durchschnittlich etwa 3,75 Kubikmeter auf etwa 1,75 Kubikmeter je produziertem Auto reduziert werden.

Unter den Standorten ist dem Unternehmen zufolge Mexiko Vorreiter im sparsamen Umgang mit der Ressource Wasser. Das Werk produziere bereits seit 2018 als weltweit erster Produktionsstandort Automobile vollständig abwasserfrei. Am Standort Neckarsulm soll ein geschlossener Wasserkreislauf zwischen dem Werk und der benachbarten kommunalen Kläranlage des Abwasserzweckverbands Unteres Sulmtal etabliert werden. Am Standort Ingolstadt setzt der OEM seit 2019 ein neues Betriebswasser-Versorgungszentrum ein. In Verbindung mit der bisherigen Aufbereitungsanlage könne dadurch rund die Hälfte des am Standort entstehenden Abwassers in einen Kreislauf zurückgeführt und zur Wiederverwendung aufbereitet werden. Zusätzlich setze man an mehreren Standorten auf Regenwasser-Rückhaltebecken, um den eigenen Wasserbedarf möglichst ressourcenschonend abzudecken.

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