BMW Chefetage

Die BMW-Chefetage will die Digitalisierung des Konzerns weiter vorantreiben. Bild: BMW

Wie die Unternehmensverantwortlichen zu Beginn der Bilanzpressekonferenz mitteilten, wollen sie sich bei der Entwicklung selbstfahrender Autos "an die Spitze" setzen. Ein iNext genanntes Modell werde zum "Symbol unserer Technologieführerschaft", ließ sich BMW-Chef Harald Krüger in einer Mitteilung des Unternehmens zitieren. In den nächsten Jahren plant BMW den Angaben zufolge auch weitere Anstrengungen in der Entwicklung von Elektroautos. Das eigene Gewinnziel lassen die Konzernchefs gleichwohl unangetastet.

Die BMW-Verantwortlichen streben demnach auch in den nächsten Jahren an, im Automobilsegment eine operative Marge zwischen 8 und 10 Prozent zu erzielen. "Strategie und Profitabilität sind für uns untrennbar miteinander verbunden", sagte vor dem Hintergrund der Finanzvorstand des Unternehmens, Friedrich Eichiner. BMW wies zudem darauf hin, dass die Geschäfte außerhalb des Automobilsegments an Bedeutung gewönnen. Angesichts dessen führt das Unternehmen den Angaben zufolge ein zusätzliches Gewinnziel ein: Konzernweit streben die BMW-Chefs vom Jahr 2017 an eine Umsatzrendite vor Steuern von mindestens 10 Prozent an. Das Ziel gelte zunächst bis einschließlich zum Jahr 2020, fügte der Autobauer hinzu. Im vergangenen Jahr waren dem Konzern 10,01 Prozent seines Umsatzes als Gewinn vor Steuern geblieben.

Leichter Umsatzzuwachs erwartet

Die Führungsetage des Premiumherstellers blickte bei der Bilanz-PK auch auf die vergleichsweise nahe Zukunft: Nach der nun veröffentlichten Unternehmensprognose rechnen sie für den Umsatz und das Vorsteuerergebnis mit "leichten" Zuwächsen. Schon in der vergangenen Woche hatte BMW angekündigt, die Zahl der ausgelieferten Autos in diesem Jahr leicht steigern zu wollen. Auch für das Jahr 2016 sagte das Unternehmen vor dem Hintergrund eine Marge des Automobilgeschäfts zwischen 8 und 10 Prozent voraus.

Im Vergleich zur Entwicklung im vergangenen Jahr setzten sich die Münchner damit eher bescheidene Ziele. Wie der Premiumhersteller schon vor einer Woche berichtet hatte, war der Umsatz im vergangenen Jahr um 14,6 Prozent auf den Rekordwert von 92,18 Milliarden gestiegen.

Die Entwicklung war offenkundig aber unter anderem von der Schwäche des Euro gegenüber vielen anderen Währungen getrieben. Den konzernweiten Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) steigerte BMW vor dem Hintergrund nur um 5,2 Prozent auf 9,59 Milliarden Euro. Die operative Marge des Automobilgeschäfts lag bei 9,2 Prozent, nach 9,6 Prozent im Vorjahr.

Am Mittwochmorgen legte BMW auch den zuvor nicht veröffentlichten Nettogewinn vor. Das Ergebnis nach Steuern und den Anteilen Dritter stieg den Angaben zufolge im Jahr 2015 um 9,9 Prozent auf 6,37 Milliarden Euro. Anders als in die operativen Kennzahlen fließt in den Nettogewinn auch die Entwicklung von BMWs Geschäft in China ein.

Investoren enttäuscht

Dieses betreibt der deutsche Hersteller gemeinsam mit dem lokalen Partner Brilliance. An die Aktionäre will BMW je Aktie 3,20 Euro seines Gewinns ausschütten. Die Dividende soll damit um 30 Cent steigen. Auf die Information hatten Investoren in der vergangenen Woche enttäuscht reagiert, weil einige Beobachter zuvor auch über eine Sonderdividende spekuliert hatten.

Grundlage für BMWs wirtschaftlichen Erfolg ist das seit Jahren andauernde Absatzwachstum. Im vergangenen Jahr ist dieses allerdings etwas schwächer ausgefallen als noch im Vorjahr: Der Konzern lieferte im Jahr 2015 2,25 Millionen Fahrzeuge seiner Marken BMW, MINI und Rolls-Royce aus, also 6,1 Prozent mehr Autos als ein Jahr zuvor. Deutlich mehr neue Kunden fand der Konkurrent Daimler, der die Zahl der ausgelieferten Pkw um 16 Prozent steigerte - und damit im Absatzwettstreit erheblich gegenüber BMW aufholte. Vor allem in China war Daimler gemessen an der Auslieferungsentwicklung jüngst wesentlich erfolgreicher als der Münchner Hersteller.

In der Zukunft könnten BMW auch branchenfremde Technologieunternehmen wie Google, Apple oder der Fahrdienstanbieter Uber unter Druck setzen. Offenkundig vor diesem Hintergrund kündigte der OEM an, die eigenen Dienstleistungen, zu denen etwa das Carsharing-Angebot Drive Now gehört, "zügig" auszubauen. BMW werde entsprechende Schritte noch in diesem Jahr ankündigen. "In der digitalen Welt müssen wir schnell sein und auch Risiken eingehen", so Vorstandschef Krüger.