Volkmar Denner, Bosch

Bosch-Chef Denner gibt sich zuversichtlich: In der Elektrifizierung” des Antriebsstrangs als einen Mega-Trend und Chancen für das Unternehmen. Bild: Bosch

“Wir konnten unsere wirtschaftlichen Ziele trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes erreichen”, sagte Bosch-Vorstandschef Volkmar Denner während eines Kamingesprächs mit Journalisten in Stuttgart. Auf das kommende Jahr blicken die Stuttgarter trotz anhaltend schwieriger konjunktureller Entwicklungen deshalb optimistisch.

Nach vorläufigen Geschäftszahlen steigerte der Stuttgarter Stiftungskonzern die Erlöse im vergangenen Jahr um 6,2 Prozent auf 48,9 Milliarden Euro. Negativ wirkten sich einmal mehr Währungseffekte von knapp 500 Millionen Euro aus, die das Wachstum bremsten. Sonst wären die Einnahmen sogar um 7,2 Prozent gestiegen.

Ursprünglich hatte Bosch erwartet, die Erlöse zwischen drei und fünf Prozent zu steigern. Im September hatte Denner im Interview mit dem Wall Street Journal jedoch bereits angekündigt, dass das Wachstum am oberen Rand der Brandbreite liegen dürfte.

Vor Zinsen und Steuern (Ebit) blieben von den Erlösen nach vorläufigen Zahlen “fast” drei Milliarden Euro übrig. Das entspricht einer Marge von 6,1 Prozent liegt damit “rund einen Prozentpunkt” über dem vergleichbaren Vorjahreswert aus dem Jahr 2013, sagte Finanzvorstand Stefan Asenkerschbaumer.

Im Vorjahr war das Ergebnis noch vor allem durch die mittlerweile abgestoßene, defizitäre Solar-Sparte beeinflusst worden. Der operative Gewinn im Jahr 2013 von 2,8 Milliarden Euro wurde mit rund 1,3 Milliarden belastet. Von der ursprünglichen Umsatzrendite von 6,0 Prozent blieben nach Abzug der Sonderbelastungen deshalb damals nur noch rund 3,2 Prozent übrig.

Dieses Kapitel hat man nun abgeschlossen. “Die Bosch-Gruppe hat ein erfolgreiches Jahr 2014 hinter sich”, sagte der Bosch-Chef. Vor allem vom Geschäft mit der Automobilindustrie konnte der Zulieferer einmal mehr profitieren. Die Sparte Mobility Solutions, ehemals Kraftfahrzeugtechnik, setzte im vergangenen Jahr mit rund 33,3 Milliarden Euro das Gros der Konzernerlöse um. Im Vergleich zum Vorjahr war das ein Plus von 9 Prozent. Die Kfz-Sparte sei “fast drei Mal” so schnell gewachsen wie der Markt, sagte Denner.

Zukünftig sieht Bosch auch viele Möglichkeiten abseits des traditionellen Geschäfts. “Automatisierung und Vernetzung sind nur zwei Trends, an denen sich die Bosch-Strategie orientiert”, sagte Denner. Darüber hinaus sieht er “den Wandel hin zur Elektrifizierung” des Antriebsstrangs als einen Mega-Trend.

Um für dieses Wachstum gerüstet zu sein, hatte Bosch im vergangenen Jahr mit den Übernahmen der Joint Ventures ZF Lenksysteme (ZFLS) sowie Bosch-Siemens Hausgeräte (BSH) “zwei wesentliche Portfolioentscheidungen” getroffen. Mit den Akquisitionen habe Bosch sich in strategischen Zukunftsfeldern, dem automatisierten Fahren und der Vernetzung von Haushaltsgeräten, weiter verstärkt, sagte der Bosch-Chef. Mit dem Abschluss der ZFLS-Übernahme rechnet Denner bereits “in den nächsten Tagen”.

Auch weitere Zukäufe hält Finanzchef Asenkerschbaumer für möglich. “Wenn strategisch und preislich sinnvoll, wird Bosch immer weiter akquirieren”, sagte er. Der Fokus liege dabei außerhalb des Automobil-Segments.

Für das laufende Jahr sieht sich Bosch deshalb gut gerüstet. Die Stuttgarter rechnen dabei nur mit einem “moderaten” weltweiten Wirtschaftswachstum. Wachstumstreiber bleiben die USA und China, erwartet der Konzern. In den beiden Märkten dürfte sich auch vorwiegend das Wachstum der Automobilbranche abwickeln, deren Produktion nach Einschätzung von Bosch weltweit um drei Prozent zulegen dürfte.

Bosch selbst will trotz anhaltend schwieriger Rahmenbedingungen “schneller wachsen als der Markt”. Umsatz, Ergebnis und Umsatzrendite sollen weiter steigen. Weitere Details will das Unternehmen im April auf der Bilanzpressekonferenz nennen.

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Ilka Kopplin, Dow Jones Newswires/ks