E-Motor Continental Gifhorn

Unter anderem fertigt Conti in Gifhorn E-Motoren. – Bild: Continental

Zwar stehe das genaue Ausmaß des Arbeitsplatzabbaus noch nicht fest, sagte Jourdan der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung an diesem Mittwoch. “Aber es wird eine substanzielle Zahl von Stellen sein.” Die Schrumpfkur der Fabrik mit ihren rund 1.600 Stellen solle so sozialverträglich wie möglich ausfallen. Die IG Metall befürchtet, dass 680 Stellen dem Umbau zum Opfer fallen. Laut Jourdan sollen den Betroffenen andere Jobs im Konzern angeboten werden. “Ich weiß aber auch, dass das nicht für jeden eine Option sein wird”, räumte er ein.

Den Angaben zufolge hängen bei Conti an der Produktion von Bremskraftverstärkern insgesamt 4.000 Jobs in Gifhorn, Frankfurt und dem tschechischen Jicin. Deutschland gilt dabei als Hochlohnstandort – mit entsprechenden Herausforderungen.

Ursprünglich hatte Conti den nötigen Wandel im Gifhorner Werk mit der Fertigung kompletter Motoren für Elektroautos abfedern wollen. Doch der bisher einzige Auftrag des für die Technologie verantwortlichen Werks in Gifhorn laufe Ende 2016 aus, sagte Jourdan. “Da bisher keine neuen Aufträge in Sicht sind, wird es auf absehbare Zeit auch keine in Gifhorn produzierten Elektromotoren mehr geben können.” Die E-Mobilität schwächelt hierzulande und läuft nur schleppend an.

Am Donnerstag gehen die Verhandlungen über die Zukunft des Conti-Werkes in Gifhorn weiter. Für die Schlauchleitungsfabrik im rund 50 Kilometer nahen Salzgitter mit deren 220 Jobs sieht Conti sogar gar keine Zukunft mehr – auch dort laufen Krisengespräche.