VW muss profitabler werden. So die Forderung der Familien Porsche und Piëch. Bild: VW

VW muss profitabler werden. So die Forderung der Familien Porsche und Piëch. Bild: VW

"Volkswagen muss zurück auf Erfolgskurs gebracht werden, um wettbewerbsfähig zu bleiben und wieder profitabel zu werden", sagte VW-Aufsichtsrat Wolfgang Porsche der Bild in einem gemeinsamen Interview mit seinem Cousin Hans Michel Piëch, der ebenfalls in dem Kontrollgremium sitzt.

VW-Chef Müller hatte am Donnerstag eine neue Konzernstrategie vorgelegt. Der Autokonzern soll nach dem Abgas-Skandal grundlegend umgebaut, die Elektromobilität massiv ausgebaut werden. Zugleich soll aber vor allem die ertragsschwache Kernmarke VW wieder profitabler werden. "Wir dürfen die Augen vor den Problemen bei VW und den Umbrüchen im Automobilgeschäft nicht verschließen", sagte Porsche. Die Familien Porsche und Piëch sind über die Dachgesellschaft Porsche SE Großaktionäre bei Volkswagen.

Darüber hinaus ist der Streit um die Dividende bei Volkswagen vom Tisch. Die Familien Piech und Porsche streben keine Null-Dividende bei Volkswagen an. Die Familienvertreter im Aufsichtsrat hätten sich daher in dem Gremium für eine möglichst geringe Dividendenzahlung ausgesprochen. "VW sollte aktuell möglichst viel Geld im Unternehmen belassen, um die Dieselthematik zu bewältigen und gleichzeitig die notwendigen Zukunftsinvestitionen finanzieren zu können. Folgerichtig haben wir uns auch für eine geringstmögliche Dividendenzahlung ausgesprochen", so die beiden Familienvertreter. Mit der kürzlich präsentierten "Strategie 2025" seien die grundlegenden Weichenstellungen für die Zukunft eingeleitet, "insofern ist das Thema vom Tisch."

Zuvor hieß es in unbestätigten Medienberichten, die Familien Porsche und Piech wollten bei VW eine Null-Dividende durchsetzen. Im Wiederholungsfall hätte dieser Dividendenausfall den stimmrechtslosen Vorzugsaktien von VW ein Stimmrecht eingeräumt, was die Sperrminorität des Landes Niedersachsen verwässert und im Zusammenhang mit einer anschließenden Kapitalerhöhung den Einfluss des Landes auf den Konzern dauerhaft gebrochen hätte. Dieses Szenario ist nach der von Müller vorgestellten Strategie, die stärker auf Elektrifizierung und Digitalisierung setzt und die Rückendeckung der Familien besitzt, offenbar vom Tisch.

Mit Material von dpa und Dow Jones Newswires.