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Milliardenschwere SUV-Offensive: Die Ford-Fertigungsstätten in Chicago sollen ab März für die Produktion der neuen Modellversionen des Ford Explorers und des Lincoln Aviators (im Bild) sowie des Polizeiwagens Interceptor umgerüstet werden. Bild: Ford

| von Tino Böhler

Während Ford in Europa Tausende Stellen streichen will, soll an einem US-Standort nun kräftig in die SUV-Fertigung investiert werden. Der zweitgrößte US-Autobauer kündigte am Donnerstag (7. Februar 2019) an, eine Mrd Dollar (880 Mio Euro) in den Ausbau zweier Werke in Chicago zu stecken und dort rund 500 neue Jobs zu schaffen.

Die Fertigungsstätten sollen ab März 2019 für die Produktion der neuen Modellversionen des Ford Explorers und des Lincoln Aviators sowie des Polizeiwagens Interceptor umgerüstet werden. Ford folgt damit seiner Strategie hin zu größeren Sportgeländewagen, die bei US-Kunden hoch im Kurs stehen und wegen höherer Gewinnspannen lukrativer sind.

Nordamerika war zuletzt der einzige Markt, wo Ford Geld verdiente. International tut sich der US-Konzern schwer. Neben China gilt vor allem Europa als Krisenregion, hier soll das Geschäft neu aufgestellt und in großem Stil Personal gekürzt werden. Derzeit wird mit dem Betriebsrat über ein großes Sanierungsprogramm verhandelt.

Allerdings bedeutet die hohe Investition in Chicago nicht, dass Ford-Arbeiter in den USA nicht um ihre Stellen zittern müssten. Vom Konzernwandel bleibt auch Fords Heimatmarkt nicht verschont. Zwar fließt viel Geld in SUVs und Pick-ups sowie in Zukunftstechnologien wie Roboterautos und Elektroantriebe, doch bei weniger gefragten kleineren Pkw zieht Ford auch hier kräftig Mittel und Jobs ab.