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Wer übernimmt Mehrheit bei bei Proton. Zuletzt war die Informationslage verwirrend. Bild: Geely

Fakt ist: DRB-Hicom sucht händeringend nach einem Partner für die Restrukturierung der in der Dauerkrise steckenden malaysischen Marke Proton. Was Proton für andere Autobauer interessant macht, ist die vorhandene Produktionskapazität für die Fertigung von 400.000 Autos pro Jahr, die bei gerade mal 70.000 Einheiten im Jahr 2016  nicht einmal ansatzweise genutzt werden. Zudem hat Proton mit Lotus eine international bekannte Sportwagenmarke im Portfolio.

Als heißeste Aspiranten für einen Einstieg werden seit Wochen die chinesische Zhejiang Geely Holding (ZGH), Muttergesellschaft der Marken Volvo und Geely, sowie  PSA genannt.  In Großbritannien berichten nun Medien, ZGH-Gründer und Chef Li Shufu habe die Geduld mit DRB-Hicom verloren. Li Shufu habe sich massiv über den Zickzackkurs der Malaysier  beschert. Prompt leiteten verschiedene Medien daraus ab, dass ZGH aus dem Bieterverfahren, das laut DRB-Hicom bis Sommer abgeschlossen sein soll, ausgestiegen sei. Das halten Marktexperten aber für überinterpretiert. Sie verweisen darauf, dass Li  Shufus Unzufriedenheit mit dem Verhandlungsprozess in erster Linie das Interesse der Chinesen bestätige und Teil des laufenden Verhandlungspokers sei.

Will Geely nur Lotus?

Unklar ist allerdings auch, an was die ZGH überhaupt Interesse hat. So gibt es in den Medien geschürte Spekulationen, Geely schiele hauptsächlich auf die die Marke Lotus, während bei Proton möglicherweise PSA einsteige. Von den Franzosen hört man dazu gar nichts – möglicherweise bei PSA nach der Opel-Übernahme das Interesse an einem weiteren Restrukturierungsfall abgekühlt ist.