GM, Renaissance Center, Detroit, General Motors

Die Lage in Venezuela sorgt für Sorgenfalten in der GM-Chefetage. – Bild: GM

Damit nehmen die durch die schwierigen Bedingungen in Südamerika verursachten Probleme des Autobauers zu. Wie der Konzern aus Detroit mitteilte, wird wegen einer Neubewertung des Engagements im venezolanischen Bolivar das Vorsteuerergebnis im zweiten Quartal mit 600 Millionen Dollar belastet. Schon im ersten Quartal hatte GM Belastungen von 400 Millionen Dollar hinnehmen müssen.

GM wird die venezolanische Währung demnächst mit 200 Bolivar pro Dollar bewerten. Zuvor hatte der Konzern in seiner Bilanz ein Verhältnis von 12 zu 1 zugrunde gelegt, wie aus einer Mitteilung an die Behörden hervorgeht. Chef-Controller Thomas Timko habe die Änderungen bei einer Analystenpräsentation erläutert.

Die Abschreibung wird zwar das operative Ergebnis in Venezuela oder Südamerika nicht auf breiter Front belasten, sie ist jedoch das jüngste Anzeichen für Turbulenzen in einer schwierigen Region. Schon im ersten Quartal hatten ungünstige Wechselkursbedingungen den Umsatz von General Motors um 1,7 Milliarden Dollar und das operative Ergebnis um 300 Millionen Dollar reduziert. In seiner Mitteilung fügte der Konzern hinzu, dass die Abschreibung den bereinigten freien Cashflow im laufenden Jahr nicht beeinträchtigen wird.

Venezuela belastet auch andere Autohersteller wie Ford, da niedrige Ölpreise und Devisenkontrollen die Wirtschaft des Landes lähmen. Ford musste im vierten Quartal vergangenen Jahres eine Venezuela-Belastung von 800 Millionen Dollar verbuchen, im Gesamtjahr kam der Autobauer auf 2 Milliarde Dollar.

Der Umsatz von General Motors im Südamerika-Geschäft brach im ersten Quartal um gut 30 Prozent auf 2,1 Milliarden Dollar ein. Der Verlust betrug 214 Millionen Dollar. GM hat bereits gewarnt, die Fahrzeugproduktion in Venezuela im Juli wegen der Währungsprobleme möglicherweise zu stoppen.

Außerdem hieß es in einer früheren Mitteilung, dass die Verwerfungen in Venezuela dazu führen könnten, dass GM nicht mehr in der Lage sein wird, seinen Kontrollanteil im Venezuela-Geschäft zu halten und vollständig davon zu profitieren.

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gp