Daimler_Mercedes_EQ-C_Produktion

Bevor der Mercedes EQ C in Bremen vom Band läuft, testet die Anlauffabrik im Werk Sindelfingen die Produktionsabläufe und nimmt die Vorserienfahrzeuge in Betrieb. Bild: Daimler

| von Claas Berlin

Der erste Stromer unter der neuen Dachmarke EQ soll bis Mitte 2019 auf den Markt kommen – zuerst in Europa, danach in China und in den USA. Der Startschuss für die Produktion fällt Anfang kommenden Jahres in Bremen. Wenige Monate später wird der vollelektrische SUV auch in Peking vom Band laufen.

„Mit dem EQC legen wir den Schalter um. Der E-Antrieb ist ein wichtiger Baustein der Mobilität der Zukunft“, betonte Daimler-CEO Dieter Zetsche bei der Premiere vor mehr als 500 geladenen Journalisten. In der Hansestadt wird der EQC in die bestehende Fertigungslinie integriert. Das Elektrofahrzeug läuft auf demselben Band wie C-Klasse Limousine und T-Modell, GLC und GLC Coupé. „Mit der Entscheidung, Elektrofahrzeuge auf einer Linie mit Modellen mit Verbrennungsmotor zu produzieren, können wir flexibel auf die Nachfrage reagieren und unsere Werke optimal auslasten. Damit erreichen wir weiterhin hohe Effizienz“, sagt Markus Schäfer, Bereichsvorstand für Produktion und Supply Chain bei Mercedes-Benz Cars.

Auch mittel- bis langfristig werden die EQ-Modelle auf den selben Linien wie die Verbrenner gebaut. Damit grenzen sich die Stuttgarter deutlich von Elektropionier Tesla ab. Die Kalifornier fertigen ihre Fahrzeuge Model S, die SUV-Version Model X und das Model 3 für den Massenmarkt auf Plattformen, die exklusiv für Elektroautos designt wurden.

 Keine Batteriefertigung in Bremen

 „Wir wissen genau, wie man hohe Fahrzeugstückzahlen produziert und die entsprechende Logistik anschiebt. Dennoch liegt natürlich noch einiges an Arbeit vor uns, da Prozesse auf die Besonderheiten der Elektromobilität zugeschnitten werden müssen“, so Schäfer. Die Batterien für die EQC-Produktion liefert die hundertprozentige Tochter Accumotive im sächsischen Kamenz teilgeladen in Bremen an. Während der OEM die Batterien selbst fertigt, werden die nötigen Zellen für den Aufbau zugekauft. Auch in Zukunft werde man nicht als Zellfertiger aktiv werden, da hätten Unternehmen aus der Technologiebranche mehr Knowhow und Marktmacht, fügt der Produktionschef an. Gedankenspiele, die Batteriefertigung näher an das Bremer Werk zu holen, erteilt Markus Schäfer auf Nachfrage eine Absage: „Die Expertise liegt ganz klar in Kamenz. Das sind gewachsene Strukturen, auf die wir bauen.“

 Gleichwohl wird das Thema Batteriefertigung nun deutlich häufiger in der Stuttgarter Konzernzentrale zur Sprache kommen. Zurzeit kämpft der Autobauer mit einem Engpass an Batterien. Die Nachfrage nach Zellen sei heute höher als zum Zeitpunkt der Produktionsplanung des EQC, gestand Daimler-CEO Zetsche vor einiger Zeit. Viel Zeit zum Ausruhen bleibt den Verantwortlichen nicht. Mit dem Launch des EQC hat sich der Konzern bei der Elektromobilität ehrgeizige Ziele gesetzt: Bis zum Jahr 2022 werden insgesamt zehn EQ-Modelle auf den Markt kommen. 2025 sollen die Stromer 25 Prozent des Gesamtumsatzes von Daimler ausmachen.

 

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