SAIC SUV

Chinesische Autohersteller können weitaus mehr als nur den Kopierer zu bedienen. Vor allem in puncto E-Mobility geben die Autobauer und Zulieferer aus dem Reich der Mitte Gas. Bild: SAIC

Patentrecherchen von ANP-Consulting haben nämlich ergeben, dass chinesische Unternehmen aus der Automobilindustrie mit hoher Geschwindigkeit entwickeln und patentieren. Die Erfindungshöhe nähme zu. Insbesondere im Bereich der Elektrifizierung und Digitalisierung der Autos preschen die Chinesen nach vorne – von westlichen Wettbewerbern oft weitgehend unbemerkt.

Chinas Regierung fördert die Innovationskraft seiner Automobilhersteller und –zulieferer systematisch. Nach den Vorgaben der Agenda "Made in China 2025" will die Volksrepublik traditionelle Antriebskonzepte weitgehend überspringen und sich stattdessen direkt auf E-Mobilität und die Digitalisierung sowie die Vernetzung von Fahrzeugen fokussieren. Kapital für die notwendigen Investitionen ist zur Genüge vorhanden.

Bei der Entwicklung der Autos von morgen setzen die Chinesen auf die Zusammenarbeit von Autobauern, Elektronikkonzernen und Universitäten. Beispielsweise kooperieren Dongfengmit Huawei, Chery mit Foxconn und der Wuhan University sowie SAIC mit Alibaba.

Die meisten Patente betreffen die E-Mobilität mit dem Schwerpunkt Batterietechnik. Darüber hinaus liegt ein weiterer Fokus auf dem autonomen Fahren. Während Batteriepatente hauptsächlich von Unternehmen angemeldet werden, kommen die Schutzrechte für das autonome Fahren und die Assistenzsysteme von den Universitäten.   

ANP-Geschäftsführer Peter Nagel rät: "Um das eigene F&E Budget effizient einzusetzen und Kosten für teure Verletzungsprozesse zu vermeiden, sollten deutsche OEMs und Zulieferer die hohe Zahl chinesischer Patente durchforsten." Das Problem: Praktisch alle Gebrauchsmuster und der größte Teil der Erfindungspatente liegen nur in chinesischer Sprache vor und  wurden nicht selten unter einem anderen Namen angemeldet.