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„Wir haben zu General Motors gehalten, als uns das Unternehmen am meisten gebraucht hat“, UAW-Vize Terry Ditties. UAW und Arbeitnehmer fordern jetzt faire Gehälter, bezahlbare Gesundheitsversorgung, eine Beteiligung an den Gewinnen sowie Beschäftigungssicherung und ein Regelwerk für die Übernahme von Leiharbeitern. Bild: UAW

| von Tino Böhler

Die US-Autogewerkschaft United Auto Workers (UAW) will den Autoriesen General Motors (GM) zum ersten Mal seit zwölf Jahren bestreiken. In der Nacht zu Montag (16. September 2019) sollten die Bänder in mehreren Werken in den USA zum Stillstand gebracht werden, wie die Gewerkschaft mitteilte.

Die letzte Vereinbarung mit dem Unternehmen über die Arbeitsbedingungen und Löhne aus dem Jahr 2015 lief demnach am Samstag (14. September 2019) aus, die UAW wollte sie nicht verlängern. Die Arbeitnehmer fordern nun faire Gehälter, bezahlbare Gesundheitsversorgung, eine Beteiligung an den Gewinnen sowie Beschäftigungssicherung und ein Regelwerk für die Übernahme von Leiharbeitern.

„Wir haben zu General Motors gehalten, als uns das Unternehmen am meisten gebraucht hat“, sagte Gewerkschaftsvize Terry Ditties. GM betonte, man habe der Gewerkschaft mehr als 7 Mrd US-Dollar (6,3 Mrd Euro)an Investitionen angeboten und darüber hinaus Lohnsteigerungen für jedes der kommenden vier Jahre. Auch sollten mehr als 5.400 Jobs geschaffen werden. Daher sei es „enttäuschend“, dass sich die Gewerkschaftsführung für Streik entschieden habe.

Der Sender CNN berichtete, UAW vertrete 46.000 Arbeitnehmer bei GM. Zuletzt habe die UAW den Autobauer im Jahr 2007 bestreikt. Die UAW wird von einem Korruptionsskandal um ihren Präsidenten Gary Jones durchgeschüttelt, der aber weiter im Amt ist. Sollte die Gewerkschaft mit GM zu einer Einigung kommen, könnte das auch für Verhandlungen mit den anderen beiden US-Autokonzernen der sogenannten ‚Big Three’, Ford und Fiat Chrysler, Auswirkungen haben.