Wissmann VDA breit

Fordert Unterstützung von der Politik: VDA-Präsident Wissmann. – Bild: Auto-Medienportal.Net/Manfred Zimmermann

Dabei habe Deutschland gute Chancen bei der Elektromobilität vorne weg zu fahren. “Derzeit sind 19 Serienmodelle deutscher Hersteller in den Autohäusern, bis Ende des Jahres folgen weitere zehn. Vom Kleinwagen bis zum Sportwagen ? Elektromobilität gibt es in fast allen Segmenten. Eine solche Vielfalt hat keine andere Automobilnation”, sagte der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), anlässlich der Nationalen Konferenz Elektromobilität der Bundesregierung, die heute und morgen in Berlin stattfindet.

Um nicht nur Leitanbieter, sondern auch Leitmarkt zu sein, bestehe noch Nachholbedarf. So betrage der Anteil der E-Autos am Gesamtmarkt gerade einmal 0,6 Prozent. Rund 36.000 Stromer wurden bisher in Deutschland neu zugelassen. Wissmann: “Das von der Bundesregierung ausgegebene Ziel von einer Million Elektroautos auf deutschen Straßen im Jahr 2020 werden wir nur erreichen, wenn die Politik jetzt rasch die richtigen Weichen stellt. Nötig sind intelligente Anreize, die ins marktwirtschaftliche System passen.”

Ein besonders kostengünstiger und gleichzeitig sehr wirksamer Impuls wäre laut VDA eine 50-Prozent-Abschreibung im ersten Jahr für elektrische Firmenwagen. Schließlich mache der gewerbliche Bereich rund 60 Prozent des Neuwagenmarktes aus. Wissmann fordert deshalb: “Es wäre wünschenswert, dass sich Bund und Länder hierzu noch möglichst vor der Sommerpause verständigen. Denn solche Abschreibungsmöglichkeiten sind für Fuhrparkmanager ein überzeugendes Argument, E-Modelle in ihren Unternehmensflotten einzusetzen.”

Erneuerung der Fuhrparks

Aber nicht nur die Flottenbetreiber privater Unternehmen sieht der VDA-Präsident in der Pflicht. “Auch die öffentliche Hand sollte bei der Erneuerung ihrer eigenen Fuhrparks mit gutem Beispiel vorangehen.”

Die Kommunen sollten das beschlossene Elektromobilitätsgesetz schnell umsetzen, zudem gelte es, weiter konsequent in Forschung und Entwicklung zu investieren. Auch bei der Infrastruktur sieht Wissmann Nachholbedarf. Aktuell gibt es 5.600 öffentlich zugängliche Ladepunkte in Deutschland. “Wir werden bald doppelt so viele brauchen”, so der VDA-Präsident. Hier sei auch die private Energiewirtschaft gefordert.

Prognosen gehen davon aus, dass in zehn Jahren über 15 Prozent aller Neufahrzeuge weltweit elektrifiziert sein werden. “Als neues Technologiefeld ist die Elektromobilität international besonders hart umkämpft. Momentan entwickeln sich die Märkte für E-Fahrzeuge in anderen Ländern dynamischer”, sagte Wissmann.

Die Industrie werde weiter alles daran setzen, den Stromern zum Erfolg zu verhelfen, denn ihre beste Zeit stehe der Elektromobilität noch bevor, so Wissmann. “Die Reichweite wird sich erhöhen, die Preise werden sinken. Bis 2025 erwarten wir eine Halbierung der Kosten gegenüber heutigen Batteriemodellen.” Laut des aktuellen Fortschrittsberichts der Nationalen Plattform ist schon heute die Reichweite eines Elektroautos für etwa 90 Prozent aller geplanten Fahrten ausreichend. Denn die durchschnittliche Tagesfahrleistung in Deutschland beträgt nur 22 Kilometer.

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gp