Volkswagen WOB

Auf der Betriebsversammlung im Stammwerk Wolfsburg sprach Konzernchef Diess mit Blick auf den Prüfzyklus WLTP von einem Kraftakt. Bild: Volkswagen

Auf der heutigen Betriebsversammlung im Stammwerk Wolfsburg sah Konzernchef Diess die Leitmarke auf einem guten Weg, was nicht zuletzt an den Beschäftigten liege, bei denen er sich bedankte. Der Gesamt- und Konzernbetriebsratsvorsitzende Bernd Osterloh betonte: „Die Belegschaft steht auch in Zeiten der Herausforderung fest zu Volkswagen." Dies sei ein Wert, den man nicht hoch genug schätzen könne, so Osterloh. Seit 2015 habe die Marke Volkswagen 100 neue Modelle auf die Straße gebracht, die wirtschaftliche Lage sei verbessert, die Zahl der Auslieferungen auf 6,2 Millionen gesteigert, sagte Diess. Der Konzernchef verwies auf ein erfolgreichess erstes Quartal 2018, den der Konzern mit einem Auslieferungsrekord abgeschlossen habe: im April wurden 930.000 Konzernfahrzeuge an Kunden übergeben, und die Konzernstrategie Togehther 2025 greife. Das sei nicht zuletzt das Verdienst von Matthias Müller. Bernd Osterloh wiederum machte klar, dass der vom Betriebsrat angeschobene Zukunftspakt weiter erfolgreich umgesetzt werde: „Allein in diesem Jahr haben wir im Zukunftspakt 300 Zukunftsarbeitsplätze aufgebaut. Insgesamt sind es seit Vertragsabschluss 1.500.“

Diess ermahnte im Rahmen der Betriebsversammlung zu Anstand un Moral. Dies fange im Unternehmen ganz oben an, so der Konzernchef, der betonte, dass der Konzern ein gut geführtes, ehrliches und offenes Unternehmen werden wolle. Als Kraftakt bezeichnete der Konzernchef indes die Umstellung auf den neuen Prüfzyklus WLTP: „Wir müssen allein bei der Marke Volkswagen innerhalb kürzester Zeit über 200 Modellvarianten neu prüfen und zulassen.“ Die Testprozedur sei viel komplexer und dauere länger, der gesamte Prüfaufwand sei drei- bis viermal so hoch wie bisher. „Um das zu bewältigen, wurde und wird auf den Prüfständen quasi rund um die Uhr getestet.“ Für Wolfsburg zeichne sich ab: „Wir müssen im 3. Quartal mit Ausfällen in der Produktion rechnen." Diess erläuterte den Beschäftigten: „Wir bauen nach dem Werksurlaub in Wolfsburg nur Fahrzeuge, die die neuen Normen erfüllen. Die Auslieferungen erfolgen nach und nach, sobald die erforderlichen Zulassungen vorliegen. Dennoch werden wir viele Fahrzeuge zwischenzeitig lagern müssen. Damit diese Zahl nicht zu groß wird, müssen wir in Wolfsburg nach dem Werksurlaub bis Ende September Schließtage einplanen.“ Wie sich diese Tage verteilen, werde in den nächsten Tagen mit dem Betriebsrat besprochen, das Ergebnis werde der Belegschaft dann umgehend mitgeteilt.

Betriebsratschef Osterloh sagte, dass die Auswirkungen von Programmabsenkungen nicht allein auf den betroffenen Beschäftigten abgeladen werden dürften: „Die Kolleginnen und Kollegen können nichts dafür, wenn dieses Unternehmen über Jahre zu wenig Abgasprüfstände gebaut hat und darum plötzlich mit dem Messen nicht nachkommt. Wir werden nicht zulassen, dass diese Situation am Ende des Tages allein von der Belegschaft getragen wird. Denn die Kolleginnen und Kollegen in der Produktion haben die Lage nicht verschuldet.“