Martin Winterkorn, Volkswagen

Bislang galt Martin Winterkorn als Top-Kandidat für den Posten des künftigen VW-Aufsichtsratsvorsitzenden. Bild VW

Das Verhältnis zwischen Ferdinand Piëch und Winterkorn ist dem Bericht zufolge schon seit längerem gestört. “Ich bin auf Distanz zu Winterkorn”, wird Ferdinand Piëch zitiert. Ein Konzernsprecher wollte sich zu dem Thema nicht äußern.

Vom Aufsichtsratsmitglied Hans Michel Piëch werde Winterkorn für anhaltende Probleme im US-Geschäft und eine geringe Rendite kritisiert. Außerdem werde seit Jahren ohne Ergebnis über den Einstieg ins Billigsegment diskutiert. Eine Entscheidung über ein eventuelles “Budget Car” steht nach wie vor aus.

Ferdinand Piëch dementierte gebenüber dem Spiegel auch Gerüchte, wonach er seine Frau Ursula Piëch zu seiner Nachfolgerin in der Funktion des Aufsichtsratsvorsitzenden machen wolle. Ursula Piëch ist bislang Mitglied des VW-Aufsichtsrats. “Mehr wird sie nicht machen”, sagte Piëch dem Bericht zufolge. Er wolle “nicht durch meine Frau weiter regieren.”

Über die Nachfolge für die Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden und des Volkswagen-Chefs werde laut Ferdinand Piëch erst 2017, kurz vor seinem Ausscheiden besetzt. Die Kandidaten dafür seien bereits im Unternehmen. Beide Spitzenpositionen müssten jeweils von einem Techniker besetzt werden.

Piëch hatte jahrzehntelang ein großes Vertrauensverhältnis zu Winterkorn und diesen 1981 als seinen Assistenten zu Audi geholt. Piëch hatte die Konzernspitze vor Winterkorn selbst geführt. Die Familien Porsche und Piëch besitzen die Stimmenmehrheit bei Volkswagen. Piëch gilt als VW-Machtzentrum. Ohne ihn fällt keine zentrale Entscheidung.

Unterdessen ist der einflussreiche Betriebsratschef Bernd Osterloh dem so überraschend in der Kritik stehenden Winterkorn zu Seite gesprungen. Ging es nach ihm, sagte Osterloh gegenüber der Nachrichtenagentur dpa, würde der Vertrag Winterkorns auch über 2016 hinaus verlängert. Osterloh warnte eindringlich vor Personaldebatten in der Führungsspitze.

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ks/dpa/AFX