Martin Winterkorn, Volkswagen

Hat er schon einen Erben auserkoren oder verlängert er noch einmal seinen Vertrag: VW-Chef Martin Winterkorn. Bild: VW

Allerdings hat der Konzernlenker auch schon einige Kandidaten im Auge, die das Potenzial haben, sein Erbe anzutreten. Im Gespräch mit dem Magazin aus Hamburg erklärte der 67-jährige, dass es einige wichtige Kriterien gibt, die der kommende VW-Chef erfüllen muss: “Ein Volkswagen-Chef muss sicher eine große Affinität zu unseren Produkten haben”, so Winterkorn.

Nachfolger sollte Ingenieur sein

Zudem müsse er eine Nähe zum Kunden haben, so Winterkorn. “Er muss eine Beziehung zu den Händlern haben, das ist sehr wichtig. Und er muss im Volkswagen-Konzern sicher eine gewisse Sozialverträglichkeit haben. Es kommt, wie immer, auf die Persönlichkeit an.” Es helfe außerdem, ein Ingenieur zu sein. Der immer wieder als Kandidat genannte Audi-Chef Rupert Stadler ist selber Betriebswirt.

Zum Kandidatenkreis zählt Winterkorn offenkundig Herbert Diess und Andreas Renschler – zwei Topmanager, die er gerade von der Konkurrenz in den Volkswagen-Vorstand gelotst hat: “Beide Kollegen sind Manager, die in ihren vorherigen Unternehmen gute Arbeit geleistet haben. Sonst hätten wir sie nicht geholt.” Aber auch unter den internen Führungskräften seien “mehrere dabei, die den Job genauso gut könnten”, wie er. Der Aufsichtsrat werde “zum richtigen Zeitpunkt entscheiden”. Zu ambitionierte Manager im Konzern warnt er jedenfalls schon mal: “Bei uns geht es um Leistung, nicht ums Profilieren.”

Keine Angst vor Apple und Google

Zur neuen Konkurrenz von Firmen wie Apple oder Google äußert sich Winterkorn im Stern gelassen: “Angst haben wir nicht. Bei der Digitalisierung im Fahrzeug und dem Bedienkomfort ist Apple ein Wettbewerber. Was Autos betrifft, sicher nicht.” Der Vorsprung der etablierten Hersteller sei einfach zu groß. “Für geringe Geschwindigkeiten und elektrische Autos kann ich mir auch vorstellen, dass Apple oder Google das hinbekommen. Aber wenn man in den Bereich jenseits von 100 Stundenkilometern geht, dann muss man schon die Regeln der Physik und nicht nur die der Digitalisierung beherrschen.”

Winterkorn fordert von der Bundesregierung, neben der Autobahn A 9 weitere Versuchsstrecken für autonomes Fahren auszuweisen: “Sonst droht die Forschung nach Kalifornien abzuwandern.” Der VW-Chef greift die Politik auch wegen des Zustandes der deutschen Infrastruktur an: “Ich mache mir Sorgen. Wir müssten deutlich mehr für den Erhalt der Autobahnen tun. Dafür sollte das Geld verwendet werden, das aus der Automobilbranche in die Staatskasse fließt: Wir sind die größten Steuerzahler im Land.”

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gp