Matthias Müller

VW-Chef Matthias Müller setzt große Hoffnungen in die Partnerschaft mit Gett. Bild: Volkswagen

Bereits in der vergangenen Woche hatte der Volkswagen Konzern bekanntgegeben, sich mit einer strategischen Investition in Höhe von 300 Millionen Dollar an dem weltweit präsenten Fahrtenvermittler Gett zu beteiligen, um den Weg für neue Mobilitätskonzepte zu ebnen. In einer Rede im DRIVE Volkswagen GROUP Forum in Berlin bekräftigte der Vorstandsvorsitzende Matthias Müller die Bedeutung dieser strategischen Partnerschaft: „Der Markt für Fahrtenvermittlung und Mobilität auf Abruf verheißt nicht nur hohe Wachstumsraten, sondern besitzt für Volkswagen auch große strategische Relevanz. Sie wird in das Zentrum unseres neuen ‚Mobility on demand‘-Geschäftsfeldes rücken, das wir als die zweite Säule neben dem klassischen Automobilgeschäft aufbauen." Mit dem Investment in Gett erlange der Autobauer ab sofort Zugang zu einem Service, von dem Menschen auf der ganzen Welt profitieren können, so Müller.

Laut VW-Pressemitteilung enthalte die Gett-Technologie bereits heute Algorithmen, die mit erstaunlicher Präzision den Taxibedarf vorhersagen können. Darauf aufbauend wollen Gett und der VW-Konzern eng zusammenarbeiten, um die Mobilitätsbedürfnisse der Kunden in Städten noch besser zu verstehen und passende Lösungen dafür anzubieten. In diesem Zusammenhang sollen auch Kooperationsfelder im Bereich autonomes Fahren erörtert werden.

VW ist überzeugt, dass die globale Präsenz des Konzerns dabei helfen werde, das internationale Geschäft von Gett schnell auszubauen. „Mit dem Volkswagen Konzern haben wir einen starken strategischen Partner an unserer Seite und erlangen Zugang zu 100 Millionen Fahrzeug-Kunden von Volkswagen", sagt Shahar Waiser, Gründer und CEO von Gett.

Die gemeinsame Wachstumsstrategie werde auf Seiten von Volkswagen durch ein spezielles Team unter der Führung von Ole Harms, Leiter des Geschäftsbereiches New Business & Mobility, vorangetrieben: „Im Ride Hailing-Markt wollen wir uns gemeinsam mit Gett als klare Nummer 1 in Europa etablieren.“ Hierbei sollen nicht nur einzelne Services vernetzt werden, sondern ein ganzheitliches Mobilitätsökosystem entstehen, dass den Menschen und die Umwelt in den Mittelpunkt stelle.

Der Volkswagen Konzern beabsichtigt, den Fahrern von Gett attraktive Konditionen für den Zugang zu konzerneigenen Fahrzeugen anzubieten. Dies umfasst beispielsweise den Kauf oder die Finanzierung sowie die nötigen Versicherungen und Wartungen. Neben dem Angebot an Marken wie Volkswagen, Skoda oder Seat sei auch die Einbindung der Premiummarken, wie zum Beispiel  Audi und Porsche, im Rahmen eines speziellen Chauffeur Services vorstellbar.

Als wichtige Meilensteine ihrer künftigen Expansion verkündeten die beiden Unternehmen die Markteinführung von Gett in Deutschland und weiteren europäischen Ländern. Ab der ersten Jahreshälfte 2017 sollen Gett-Taxen dann auch durch deutsche Großstädte wie Berlin fahren.

Die strategische Partnerschaft sei für Volkswagen ein wichtiger erster Baustein der Strategie 2025, um den Konzern für die Zukunft der Mobilität neu auszurichten. Bis 2025 will der Autobauer einen substanziellen Teil seines Umsatzes mit innovativen Mobilitätsdienstleistungen erwirtschaften. Die neue Konzernstrategie will der Vorstandsvorsitzende Matthias Müller in der zweiten Juni-Hälfte vorstellen.