Martin Winterkorn breit

Das war’s für Wiko bei Volkswagen. Die Suche seinem Nachfolger läuft. – Bild: VW

Favorit Müller wurde von der Presse schon öfters darauf angesprochen, ob er sich vorstellen könne, den Posten zu übernehmen. “Ich bin für nichts zu alt”, gab sich der 62 jährige diplomatisch. Was für ihn spricht: Er sitzt in Stuttgart weit genug von Wolfsburg weg, als dass der Dieselskandal dunkle Rußflecken auf seiner weißen Weste hinterlassen könnte. Allerdings ist er wiederum nah genug dran, um die Gepflogenheiten des VW-Konzerns in und auswendig zu kennen. Schließlich leitete er einst die VW-Produktplanung. Zudem werden ihm sehr gute Kontakte nach Salzburg nachgesagt, wo Ex-Firmenpatriarch Ferdinand Piëch residiert. Er könnte sich im Haifischbecken Wolfsburg schnell behaupten. Gilt aber in Insiderkreisen nur als Interimslösung.

Ein weiterer Name an dem kein Weg vorbei führt ist Herbert Diess. Der 56 jährige kam von BMW und ist seit diesem Sommer VW-Markenchef. Er gilt bei Zulieferern als knallharter Verhandlungspartner. Seine Mission ist, die Kernmarke VW auf Rendite zu trimmen. Vorteil Diess: Da er erst diesen Juni in Wolfsburg anheuerte, ist er vom Dieselgate wohl unbelastet. Jedoch muss sich der Ex-BMWler erst im Konzerngeflecht des Mehrmarken-Konglomerats zu recht finden. Für eine schnelle Aufarbeitung des Skandals wäre das eher hinderlich.

Übernimmt Stadler das Ruder bei VW?

Als potentieller Wiko-Nachfolger gilt auch Rupert Stadler. Der Audi-Chef kennt im Gegensatz zu Diess den VW-Konzern wie seine Westentasche. Mit 51 Jahren wäre er jung genug, langfristig den Posten als VW-Konzernchef zu übernehmen. Ein Plus- und gleichzeitig auch ein Minuspunkt für ihn ist die VW-Unternehmenshistorie. Sowohl Piëch, als auch Winterkorn waren – so wie Stadler jetzt – Chef von Audi, bevor sie die VW-Konzernspitze übernahmen. Allerdings ist es auch VW-Tradition, dass ein ausgewiesener Techniker auf dem Wolfsburger Thron sitzt. Stadler ist aber Betriebswirt.

Auch gern genannt in den Medien ist Andreas Renschler, Chef der VW-Nutzfahrzeugsparte. Dank seiner Zeit bei Daimler hat er aber mehr als genug Erfahrung im Pkw-Business gesammelt. Jedoch munkeln Unternehmenskreise, dass sich Renschler in der Truck-Sparte wohler fühlt, als im Auto-Geschäft. Darüber hinaus ist er – wie auch Diess – noch nicht allzu lange bei Volkswagen.

Für eine Interimslösung könnten sich auch einige wenige Dieter Pötsch vorstellen. Der 64 jährige Wirtschaftsingenieur ist amtierender Finanzchef des Wolfsburger Konzerns. Er kennt den Konzern und auch die Mitarbeiter. Jedoch ist er schon seit einer ganzen Weile für das Amt als Aufsichtsratsvorsitzender vorgesehen.

Dann gibt es da auch noch Winfried Vahland. Seit 2010 führt der Wirtschaftsingenieur die VW-Tochter Skoda von Erfolg zu Erfolg. Der 57 jährige gilt als äußerst selbstbewusst – das wurde ihm jedoch schon oft als Makel ausgelegt. Dennoch räumen ihm manchen Experten Außenseiterchancen ein. Einen Kandidat von außen, der quasi als Joker bei VW aufräumt, hat noch niemand auf der Peilung.

Egal wer es im Endeffekt wird, der Personalkarussel wird sich weiter drehen. Dann heißt die Frage: Wer beerbt dann Stadler und Müller als Audi- beziehungsweise Porschechef?

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Gabriel Pankow