Tesla Model S

Scheinbar will Tesla sich ein zweites Standbein schaffen. – Bild: Tesla

Das Silicon-Valley-Unternehmen dürfte Pläne enthüllen, laut denen es letztendlich den kleinen Markt für Akkupacks für Wohnhäuser, Unternehmen und Versorger dominieren würde. Solche Batterien können Strom in einem Gebäude, in einem Windpark oder neben Stromleitungen speichern.

Die “Gigafabrik” von Tesla, die derzeit in der Nähe von Reno (Nevada) gebaut wird, soll vor allem Lithium-Ionen-Batterien für Tesla-Autos herstellen, doch bis zu 25 Prozent der Kapazitäten sollen “stationäre Stromquellen” erzeugen, heißt es in den Prognosen des Unternehmens.

CEO Elon Musk wird erklären müssen, wie diese Wette sich für die Bilanz des Unternehmens auszahlen kann. Gerade mal 3 Prozent der Batterien, die die Fabrik produzieren wird, decken bereits die gesamte globale Nachfrage nach stationären Akkus in diesem Jahr ab, sagen Analysten bei Lux Research.

“Wir glauben, dass dieser Markt sehr schnell wachsen wird”, sagte Mateo Jaramillo, Leiter des Projekts stationäre Batterien bei Tesla, in einem Podcast vom Januar.

Dieses Ziel reiht sich bei Tesla neben vielen anderen ehrgeizigen Plänen ein. Tesla will bis 2020 500.000 Autos verkaufen – das wären 1.300 Prozent mehr als 2014. Bis dahin will das Unternehmen erstmals profitabel werden.

Die Akkus, die so klein wie ein Heimkühlschrank und so groß wie mehrere Frachtcontainer sein können, speichern Strom, wenn es davon mehr als genug gibt, etwa wenn ein Windpark gerade viel Strom generiert.

Tesla hat mit SolarCity bereits einen Kunden. Musk ist Chairman bei dem Solarunternehmen. Tesla hat bereits über 300 Akkupacks für Wohnhäuser gebaut, damit Menschen mit Solarkollektoren weniger Strom aus dem Netz nutzen müssen.

Tesla will zeigen, warum die eigenen neuen Batteriepackungen besser sind als die derzeit am Markt verfügbaren Alternativen. Das Versprechen der Gigafabrik, die 2016 eröffnet werden soll: Batterien sollen 30 Prozent billiger werden. Doch derzeit ist der Markt noch klein und weit verstreut.

Die 5 Milliarden US-Dollar teure Batteriefabrik wird in der Lage sein, jährlich 35 Gigawattstunden an Batterien und 50 Gigawattstunden an Akkupacks herzustellen. Die zwei Standbeine Autobatterien und stationäre Akkus für Wohnhäuser und Unternehmen sollen sicherstellen, dass die Riesenfabrik ihre Kapazitäten immer voll ausschöpfen kann.

Kalifornien und einige andere Staaten experimentieren mit Batterien und anderen Geräten, die Strom speichern sollen, der in Solarzellen, Windparks oder im Stromnetz übrig bleibt, und die diesen wieder einspeisen, wenn Nachfrage besteht oder die Preise hoch sind.

Stromnetzbetreiber in Texas und in einigen ostamerikanischen Bundesstaaten nutzen ebenfalls Akkus, um kurze Schübe Strom ins Netz zu speisen, damit dort eine stetige Menge Elektrizität fließt.

LG Chem und Samsung SDI liefern bereits Lithium-Ionen-Batterien an Energiespeicherprojekte in Kalifornien und anderen Staaten. AES, Advanced Microgrid Solutions und Stem haben außerdem mehrere Energiespeicherprojekte aufgebaut und Aufträge für weitere Projekte. Die Batterien kaufen sie von externen Herstellern.

Neulinge am Energiespeichermarkt hoffen, dass die Nachfrage nach solchen Projekten wächst, wenn die Preise für Batterien fallen. Zu ihnen gehört auch Cygnus Energy Storage, ein Start-up, das Versorgern Batterien liefern will, die an Strommasten hängen.

Weltweit warten Batterielieferanten gespannt darauf, welche Art Speicherprodukt Tesla vorstellen wird, wie stark die Ladung sein wird und ob es bereits Kunden gibt, wie Sam Jaffe, CEO von Cygnus, sagt. Risikokapitalgeber wollten ähnliche Unternehmen nicht mehr finanzieren, bis sie sehen, was Tesla macht, fügt er hinzu.

Noch ist unklar, wie teuer die Batterien von Tesla wären. SolarCity hat kalifornischen Aufsehern berichtet, dass der Endkundenpreis für die Installation eines gewöhnlichen Heimakkus mit fünf Kilowatt etwa 23.429 Dollar kosten wird. Staatliche Batteriesubventionen in Kalifornien können den Preis um bis zu 40 Prozent drücken, während nationale Steuervorteile den Preis für einige Projekte weiter senken dürften.

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gp / Quelle: Dow Jones Newswires