| von Frank Volk
Hubertus Troska, Daimlers China-Chef
"Wir werden uns noch stärker mit lokalen Playern vernetzen und mit hohem Tempo Lösungen für China bringen." Bild: Daimler

AUTOMOBIL PRODUKTION: Geben Sie doch mal einen kleinen Einblick, welche Produktideen Sie beschäftigen.
China ist in jeder Hinsicht ein faszinierender Markt – und das nicht nur was die absolute Größe anbelangt. Der Geschmack unserer Kunden und die Erwartungshaltung unterscheiden sich signifikant von der westlichen Welt. Das fängt beim Alter an. Der durchschnittliche Mercedes-Benz Kunde in China ist 37 Jahre alt. Das bedeutet, dass er vor allem sehr technologieaffin ist, speziell rund um das Thema Connectivity ist das Interesse sehr ausgeprägt. Wir haben viel investiert und uns voller Begeisterung mit den Kundenpräferenzen beschäftigt, insbesondere mit den schnellen Veränderungen im chinesischen Markt. Insofern gibt es gerade bei Technologie und Connectivity, aber auch was das Design betrifft, eine ganze Reihe lokal für den Markt entwickelte Lösungen, die wir verstärkt in unsere Fahrzeuge einfließen lassen. Die neue E-Klasse mit dem langen Radstand ist dafür ein gutes Beispiel. Unsere Autos werden den schnellen Trends in China künftig noch umfassender angepasst.

Durchschnittsalter der Autokäufer in China: 37 Jahre

AUTOMOBIL PRODUKTION: Ist bei den Technologiethemen der Unterschied zwischen der westlichen Welt und China tatsächlich so groß?
Nehmen Sie den Bereich Connectivity. Es ist offensichtlich, dass andere große Player agieren als in der westlichen Welt. Insofern ist es wichtig, dass wir mit den chinesischen Unternehmen wie Baidu, Alibaba und Tencent zusammenarbeiten. Dabei geht es nicht so sehr um Fragen des Marktzugangs. Die Bedienphilosophie unterscheidet sich signifikant von der Handhabung in der westlichen Welt, egal ob Spracherkennung oder Eingabemodi. Insofern ist es wichtig, ein System zu entwickeln, das besonders die chinesischen Marktpräferenzen perfekt erfüllt.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Das bedeutet, dass Sie für China ganz eigene Systeme mit anderen Partnern entwickeln?
Kern unserer Strategie ist ganz klar, dass sowohl Fahrzeuge als auch Systeme auf einer Architektur für den globalen Einsatz entwickelt werden. Die Ausdifferenzierung erfolgt aber immer stärker regional. Forschung und Entwicklung für die Regionalisierung der Produkte erfolgt in den Märkten selbst. Indem wir uns noch stärker mit den lokalen Playern vernetzen und in zunehmendem Maß und hohem Tempo China-spezifische Lösungen auf den Markt bringen, sehen wir erhebliches Wachstumspotenzial.

AUTOMOBIL PRODUKTION: Wie schlägt sich das in den R&D-Aktivitäten in China nieder?
Insgesamt beschäftigen wir in China über 700 hochqualifizierte Entwickler und Designer. Um schnell und flexibel auf Kundenwünsche in China reagieren zu können, bauen wir unseren Forschungsstandort für Mercedes-Benz Pkw in Peking kontinuierlich aus.

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